Der Weggang des Publikumslieblings Marco Hiller hat beim Fußball-Drittligisten TSV 1860 München selbstredend für einiges Aufsehen gesorgt. Es soll an Wertschätzung verschiedener Art, auch finanzieller, gelegen haben, dass Hiller, 28, nach 17 Jahren bei den Löwen schon Anfang Mai Abschied nahm; einen neuen Klub hat er übrigens noch nicht gefunden. Dafür hat der TSV 1860 München nun einen Nachfolger präsentiert: Thomas Dähne, 31, vom Bundesliga-Absteiger Holstein Kiel. Der gebürtige Rosenheimer kommt ablösefrei nach München.
Dähne war unter anderem für RB Salzburg sowie bei Erstligisten in Finnland und Polen aktiv. Seit fünf Jahren stand er in Kiel unter Vertrag, meist als Ersatzkeeper. In der abgelaufenen Saison setzten ihn die Kieler neunmal in der Bundesliga ein. „Ich habe richtig Bock, für den TSV 1860 München zu spielen“, sagte er. „Meine Vorfreude auf das, was mich bei den Löwen erwartet, ist riesig. Ich habe die Bilder vom Trainingsauftakt gesehen, jetzt wird es Zeit, das alles vor Ort zu erleben.“
Die Verpflichtung Dähnes wurde – wie zuvor schon die Transfers von Justin Steinkötter, Siemen Voet und Manuel Pfeifer – möglich, nachdem der Aufsichtsrat Mitte der vergangenen Woche das Budget noch einmal erhöht hatte. Von ursprünglich 4,5 Millionen Euro ist es zunächst auf fünf und nun auf sechs Millionen gestiegen. In dem Gremium, das die Budgethoheit besitzt, haben die Vertreter der Investorenseite um Hasan Ismaik die Mehrheit.
Vor den jüngsten Verpflichtungen waren schon die renommierten Stürmer Kevin Volland und Florian Niederlechner sowie Linksverteidiger Kilian Jakob zu ihrem Ausbildungsklub zurückkehrt. Ein bundesligaerfahrener Torwart komplettiert das Gesamtbild, das die Kaderplanung der Löwen abgibt: Auch wenn Geschäftsführer Christian Werner noch kein offizielles Ziel für die Saison benannt hat, ist es doch offenkundig, dass klubintern der Aufstieg in die zweite Bundesliga angestrebt wird.
„Aufsteigen wird nicht die Mannschaft mit dem besten Personal, sondern die, die den größten Willen hat, zu arbeiten.“
Indirekt bestätigte Werner diese Zielsetzung auch mit einer Aussage beim Portal dieblaue24.de: „Aufsteigen wird nicht die Mannschaft mit dem besten Personal, sondern die, die den größten Willen hat, zu arbeiten.“ Der TSV 1860 habe „Leute geholt, die mit dem Druck umgehen können. Diese hohe Erwartungshaltung, das gehört einfach dazu.“
Noch höher würde sie, wenn auch noch der Verbleib von Julian Guttau und des zuletzt aus Kaiserslautern geliehenen Dickson Abiama gemeldet werden könnte; bei Offensivspieler Guttau, dessen Vertrag ausläuft, soll es nach Abschied aussehen. Abiama hat Werner zufolge immerhin versprochen, dass er, wenn er überhaupt in die dritte Liga zurückkehren wird, nur zu Sechzig kommt.

