TSV 1860 München:Test, Test, Test

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TSV 1860 München: Hier hätte ihr Derby stattfinden können: Der TSV 1860 München musste wegen positiver Corona-Befunde am Samstag passen.

Hier hätte ihr Derby stattfinden können: Der TSV 1860 München musste wegen positiver Corona-Befunde am Samstag passen.

(Foto: Mladen Lackovic/imago)

Anstatt ins Derby sind die Münchner Löwen am Samstag in Quarantäne gegangen. Ihre neuen Corona-Fälle lassen sich offenbar auf gemeinsame Doping-Untersuchungen mit Gegner Karlsruhe nach dem Pokalspiel zurückführen.

Von Christoph Leischwitz

Es gibt viele Möglichkeiten, am Rande eines Fußballspiels den Gegnern über den Weg zu laufen. Die Zeugwarte tragen Koffer aus und später wieder in den Bus, meistens begegnet man sich in engen Kabinengängen. Außerdem gibt es ja weiterhin Pressekonferenzen, auch wenn Journalisten zurzeit nur digital zugeschaltet sind. Längere Zeit in einem geschlossenen Raum gemeinsam mit dem Gegner zu verbringen, lässt sich endgültig nicht mehr vermeiden, wenn ein DFB-Offizieller zur Dopingprobe bittet. Am vergangenen Dienstag haben sich höchstwahrscheinlich genau dort Spieler des TSV 1860 München bei Spielern des Karlsruher SC angesteckt, nach der 0:1-Niederlage im DFB-Pokal. Den offensichtlich negativen Dopingtests folgten alsbald die positiven Corona-Tests. Deshalb musste das Münchner Derby der Sechziger gegen Türkgücü am Samstagnachmittag sehr kurzfristig, nämlich wenige Stunden vor dem Spiel, abgesetzt werden. Und die Löwen gaben am Samstagabend bekannt, dass sich "ein Großteil" der Mannschaft nun auf Anweisung des Gesundheitsamtes in Quarantäne befinde. Dabei handele es sich um die Infizierten als auch um all jene, die "nach den aktuellen Vorgaben als Kontaktpersonen" gelten. Alle Infizierten hätten bislang nur milde Krankheitsverläufe.

Spielen durften sie am Samstag nicht, aber auf 180 waren die Sechziger offenbar trotzdem. Die am Samstag verhängte Mannschaftsquarantäne sei "umso ärgerlicher, da sich das gesamte Team in den letzten zwei Jahren an ein intern festgelegtes, akribisches Hygienekonzept gehalten hat". Dieses habe bewirkt, dass interne Weiterverbreitung des Virus immer sehr niedrig gehalten worden sei. Ein bisschen Frust darüber war auch herauszuhören, dass man trotz der Impfquote von 100 Prozent so viele Scherereien hat. Denn gerade für eine Mannschaft, die eine Aufholjagd auf die Tabellenspitze starten will, sind abgesagte Spiele eine Hiobsbotschaft, weil sich der Abstand zu den Spitzenteams zwangsläufig weiter vergrößert. Dass die Sechziger so explizit darauf aufmerksam machten, dass die Infektionskaskade im Dopingraum begann, sendet zugleich die Botschaft: Wir wollen spielen! Wir haben uns nicht auf dem Platz angesteckt, das Problem sind die geschlossenen Räume und wie man dort mit der Pandemie umgeht.

Die nächste Partie gegen Kaiserslautern ist am Sonntag abgesagt worden

Angesichts der kurzen Inkubationszeit der inzwischen vorherrschenden Omikron-Variante wäre die Pandemie in einem gewöhnlichen Wochenend-Spielbetrieb gar nicht so schwer zu meistern, nicht aber in englischen Wochen. Aufgrund des aktuellen Rhythmus der Sechziger - Dienstag, Samstag, Dienstag, Sonntag - ist zum Beispiel kein Freitesten betroffener Spieler vor der nächsten Partie möglich, positive Befunde hingegen träfen zu spät ein. Für den nächsten Gegner, den 1. FC Kaiserslautern, hätte diese Situation ebenfalls zur Hängepartie werden können: Sollten sie am Montag mit dem Bus anreisen, auf die Gefahr hin, am nächsten Morgen wieder zurückfahren zu müssen? Am Sonntagnachmittag wurden die Gäste aus dieser Not befreit, da wurde auch diese Dienstagspartie abgesagt. Das Spiel des Ligakonkurrenten Türkgücü, der seit vergangener Woche einige Corona-Fälle verzeichnet, ist wohl nicht gefährdet. Andreas Heraf wird nach zwei abgesagten Spielen am Dienstag wohl endlich sein Trainerdebüt mit Türkgücü erleben, nicht im Olympiastadion, aber immerhin im Dreisamstadion gegen Freiburg II.

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