Süddeutsche Zeitung

TSV 1860 München:Vize Sitzberger tritt zurück

Der Funktionär und Sponsor gibt seinen Posten beim Fußball-Drittligisten auf und kommt damit einer drohenden Abwahl zuvor. Gegenüber dem Verwaltungsrat erhebt er seinerseits Vorwürfe.

Von Christoph Leischwitz

Knapp drei Wochen, nachdem der Verwaltungsrat des TSV 1860 München dem Vizepräsidenten Hans Sitzberger das Vertrauen entzogen und dessen Abwahl empfohlen hatte, ist der 71-Jährige am Mittwoch zurückgetreten. Damit dürfte die geplante außerordentliche Mitgliederversammlung im kommenden März hinfällig sein, die wahrscheinlich Einzelheiten bezüglich angeblicher Verstöße gegen die Verschwiegenheitspflicht öffentlich gemacht hätte. Der bei vielen Fans des Fußball-Drittligisten beliebte Funktionär und Sponsor schrieb in einer langen Erklärung, dass er sehr viel Zuspruch und Durchhalteparolen erhalten habe, eine weitere Zusammenarbeit mit dem Verwaltungsrat und auch mit dem Präsidenten Robert Reisinger aber nicht mehr möglich sei.

Die veröffentlichten Beschuldigungen an ihn wies er mit einer detaillierten Erläuterung der Vorkommnisse zurück, er habe "zu keinem Zeitpunkt vertrauliche Korrespondenz an außenstehende Dritte weitergegeben"; und er erhob seinerseits schwere Vorwürfe: Der Verwaltungsrat diskreditiere ihn, "indem er meine geistige Fitness in Frage stellt, mich als verwirrt bezeichnet und auch nicht davor zurückscheut, dies in Kommunikation mit (fremden) Dritten zu äußern". Gegen Ende bedankte er sich bei vielen Weggefährten, rief aber auch dazu auf, unbedingt der nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung im kommenden Juni beizuwohnen, "wenn man sich mit der aktuellen Besetzung" des Verwaltungsrats "nicht wohlfühlt".

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