TSV 1860 München Sechzig überlebt das Harakiri

Arminia Bielefeld - TSV 1860 München Fußball: 2. Bundesliga - 10. Spieltag, Arminia Bielefeld - TSV 1860 München am 02.10.2015 in der Schüco-Arena in Bielefeld (Nordrhein-Westfalen). Der Bielefelder Christoph Hemelein (l) im Kampf um den Ball mit Milos Degenek aus München. Foto: Friso Gentsch/dpa (Wichtiger Hinweis: Aufgrund der Akkreditierungsbestimmungen der DFL ist die Publikation und Weiterverwertung im Internet und in Online-Medien während des Spiels auf insgesamt fünfzehn Bilder pro Spiel begrenzt.) +++(c) dpa - Bildfunk+++

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Ulrich Hartmann, Bielefeld

"Sauer?", sagte Torsten Fröhling und musste ein bisschen lächeln. Nein, richtig sauer war er nicht über den versäumten Sieg. Dabei, gesteht der Trainer des TSV 1860 München, habe er in der Schlussphase ein gutes Gefühl gehabt. "Da war ich davon ausgegangen, dass wir das Siegtor noch machen - ich finde, wir hätten es verdient gehabt."

Aber mit den Gefühlen und dem Verdienen ist das im Tabellenkeller der zweiten Liga bekanntlich so eine Sache. Deshalb war Fröhling nicht sauer und nicht glücklich nach dem 1:1 (1:1)-Unentschieden am Freitagabend bei Arminia Bielefeld. Er war selbst unentschieden.

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Drei Tore in einer Halbzeit? Das kann auch Franco Di Santo. Beim 4:0 gegen Tripolis brilliert die Schalker Offensive. Augsburgs Heimdebüt im Europapokal verläuft frustrierend.

Seine Mannschaft hatte recht ordentlich gespielt. Deshalb wirkte er gefasst nach einer Partie, über die im Vorfeld als "Schicksalsspiel" und "Showdown" berichtet worden war. Doch diesem Showdown fehlte der Knalleffekt. Vielleicht kein Wunder, wenn die unentschiedensten Mannschaften der Liga aufeinandertreffen. Das 1:1 war für die Bielefelder das achte Unentschieden im zehnten Spiel und das fünfte nacheinander. Für die Münchner war es im zehnten Spiel das sechste Unentschieden und das vierte nacheinander. Ob auch die Stimmung im Löwenlager unentschieden bleibt, muss sich nun in München erweisen. Während die Mannschaft am Samstagfrüh von Hannover heimfliegt, fährt Fröhling zur Trainertagung nach Leverkusen und bleibt bis Montag.

Zwei Spieler kehren bei 1860 zurück

Etwa 500 Münchner Fans hatten die Reise ins Ostwestfälische mitgemacht. Sie entbehrten in der Bielefelder Arena zwar Blasmusik, Hendl und Wiesnbier, hatten dafür in ihrer Ecke aber sehr viel mehr Platz als in einem Oktoberfestzelt und zudem einen ungetrübten Blick aufs Feld. Dort erspähten sie zu Beginn eine Löwenmannschaft, in der sowohl der von seiner Grippe genesene Innenverteidiger Christopher Schindler als auch der vom Rückenleid erlöste Linksaußen Marius Wolf mitspielen konnten.

Letztere Personalie erwies sich schnell als besonders relevant, weil Wolf, der bereits beim vorangegangenen 2:2 gegen Leipzig getroffen hatte, in der 8. Minute die ermutigende Münchner Führung erzielte. Korbinian Vollmann hatte den Ball von rechts hereingebracht. Mit Führungstreffern geizen die Sechziger in dieser Saison ja bislang, darum freuten sie sich in Bielefeld umso mehr darüber.

Im Felde waren die Löwen unverändert gestartet, bloß im Tor hatte Fröhling einen Wechsel vollziehen und Stefan Ortega für Vitus Eicher bringen müssen, weil letzterer sich im finalen Training verletzt hatte. Ortega erhielt von den Bielefeldern anfänglich ein bisschen Schonzeit. Auch nach dem frühen Gegentor bewahrten die Gastgeber Contenance und liefen den Löwen nicht in den offenen Rachen.