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TSV 1860 München:Fünf Stürmer bringen keinen Erfolg

Stattdessen trafen die Freiburger mit einem von Torjäger Nils Petersen verwandelten Foulelfmeter (75.), SC-Trainer Christian Streich bemerkte zurecht: "Normalerweise muss man besser spielen, um zu gewinnen." Sechzigs Kapitän Christopher Schindler stellte fest: "Wir haben Freiburg über 90 Minuten zu langen Bällen und Rückpässen gezwungen, wir haben sie fast auseinandergeschraubt. Aber wir müssen mehr Torchancen herausarbeiten, in der zweiten Halbzeit gab es ein paar, aber auch nicht die hundertprozentigen." Und das, obwohl am Ende gleich vier gelernte Stürmer sowie der als Stürmer gebrachte Innenverteidiger-Zugang Rodnei im Freiburger Strafraum und drumherum lauerten. "Wir haben aus dem körperlichen Vorteil zu wenig gemacht", sagte Schindler.

Tags darauf, beim Münchner Derby der Regionalliga-Mannschaften des TSV 1860 und des FC Bayern (0:0), saßen dann zwei potenzielle Sportchefs auf der Tribüne. Christian Ziege, zuvor Trainer der SpVgg Unterhaching in der dritten Liga, hatte sein Interesse bereits überdeutlich zum Ausdruck gebracht ("Sechzig ist ein schlafender Riese. Ich habe zwar mit niemandem gesprochen, aber das wäre eine sehr reizvolle Aufgabe"). Subtiler zeigte der ebenfalls in München wohnhafte Felix Magath seine Sympathie, er trug einen blauen Pulli ("Blau ist meine Lieblingsfarbe").

Das ehemalige 1860-Präsidium um Gerhard Mayrhofer hatte einen Einstieg Magaths vor einigen Wochen bereits vorbereitet. Doch Investor Ismaik sprach sich mehrmals gegen Magath aus - und so war diese Idee vom Tisch, nachdem der Versuch gescheitert war, Ismaik von einem Verkauf seiner Anteile zu überzeugen, und Mayrhofer zurücktrat. Im Zuge der Umbaumaßnahmen unter dem Interimspräsidium wurde unlängst Ismaiks Cousin Noor Basha zum Geschäftsführer gemacht.

Unergründliche Zukunft bei 1860

Ein gelernter Pharmazeut als Verantwortlicher einer Profifußballfirma; ein Präsidium, das nur noch bis zur nächsten Mitgliederversammlung im Herbst amtiert; ein Investor, dessen Motivlage und Wünsche nach wie vor schwer zu begreifen sind - zu diesem Status quo sagte Magath am Rande des Spiels bei Sport 1: "Sechzig ist in einer schwierigen Situation. In ein paar Wochen ist Jahreshauptversammlung, die gilt es abzuwarten." Und auf die Frage, ob Sechzig München schon mit ihm gesprochen habe, antwortete Magath angesichts der komplizierten Personallage: "Wer ist Sechzig München?" Das war eine ziemlich gute Frage.

© SZ vom 03.08.2015/tbr
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