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TSV 1860 München:Magaths blauer Pullover

Felix Magath

Nun in Japan tätig: Felix Magath.

(Foto: Andreas Gebert/dpa)
  • Necat Aygün ist der neue Sportchef des TSV 1860 München und Nachfolger von Gerhard Poschner.
  • Wie lang der 34-Jährige das Amt übernimmt, ist unklar. Interessierte Kandidaten bringen sich bereits ins Spiel.
  • Felix Magath bekennt sich während des Amateur-Derbys zwischen Sechzig und Bayern zu seiner Lieblingsfarbe: Blau.

Von Markus Schäflein

Necat Aygün will nicht reden, er will "erst einmal arbeiten". Es mag ungewöhnlich sein, dass sich der neue Sportdirektor eines Profivereins nicht öffentlich vorstellt, andererseits handelt es sich beim TSV 1860 München ja auch um einen ungewöhnlichen Verein. Es weiß niemand, wie lange Aygün im Amt bleibt - und ob es sich überhaupt lohnen würde, ihn vorzustellen. Nachdem der vom Geschäftsführer zum Sportchef degradierte Gerhard Poschner am Donnerstag seine fristlose außerordentliche Kündigung öffentlich gemacht hatte - die er schon drei Tage vorher intern abgegeben hatte - , teilten die Löwen mit: Der bisherige Scout und frühere Innenverteidiger Aygün übernehme die Position - die er wohl schon drei Tage vorher übernommen hatte - "bis auf Weiteres". Trainer Torsten Fröhling merkte in der Pressekonferenz, zu der Aygün nicht erschien, süffisant an, dass "bis auf Weiteres auch drei Jahre bedeuten" könne.

So ist es ganz sicher nicht geplant. Allerdings ist es durchaus möglich, dass Aygün, 34, die noch bis zum 31. August andauernde Transferperiode verantwortlich betreuen wird; denn die Entscheidungsprozesse beim TSV können sich hinziehen. Die Wege des Löwen sind nach wie vor nicht nur unergründlich, sondern auch weit, sie führen stets von München über Abu Dhabi und wieder zurück. Zuletzt hatte sich das Übergangspräsidium um Siegfried Schneider mit dem jordanischen Investor Hasan Ismaik darauf verständigt, diese Wege zu verkürzen, indem Ismaik die ihm zustehenden Positionen in den Gremien des Profifußball-KGaA von 1860 mit Vertretern aus Deutschland besetzt; passiert ist dies bislang nicht. Kandidaten für den Posten müssen also erst einmal bei Ismaik selbst oder bei dessen Bruder Abdelrahman Ismaik vorstellig werden.

Aygün tritt vor die Kamera

In der Halbzeitpause der Zweitliga-Partie am Samstag gegen Freiburg, die mit einer unglücklichen 0:1-Niederlage endete, trat Aygün dann doch auf - im Bezahlfernsehen redete er viel, sagte aber wenig und bewies damit, dass er über dieses Qualifikationsmerkmal seines unverhofften Jobs schon mal verfügt. Eine Anmerkung rutschte Aygün dann aber doch heraus: dass die Situation "eine Chance" für ihn sei. Einen Stürmer, einen Spielgestalter und einen rechten Verteidiger sollte Aygün im Idealfall noch anschleppen bis Transferende; einige Vorarbeit ist angeblich geleistet worden, nach Poschners Kündigung tauchte plötzlich eine ganze Reihe von Spielern in den Medien auf, mit denen der frühere Sportchef noch verhandelt hatte.

Die Partie gegen Freiburg bewies deutlich den Handlungsbedarf. Auf der Sechserposition fehlte der für den Spielaufbau eingeplante Gary Kagelmacher, weil er mangels Alternative als Rechtsverteidiger wirken musste. Obwohl die Münchner eine für ihre Verhältnisse bissige, mutige und strukturierte Vorstellung boten und den Bundesliga-Absteiger in der zweiten Hälfte dominierten, entwickelten sie kaum Torgefahr.

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