TSV 1860 München Alles wegen Magath?

Dass nun bei 1860 elf Tage vor der wegweisenden Präsidentenwahl noch schnell ein neuer Sportdirektor installiert wird, ist vor dem Hintergrund zu betrachten, dass jene Stimmen nicht leiser werden, die fordern, der Klub solle endlich Felix Magath anstellen. Der ehemalige Meistertrainer hatte sein grundsätzliches Interesse an 1860 kürzlich erst wieder mit einem Auftritt im Bayerischen Fernsehen bekräftigt, bei dem er sich eine schöne blaue Krawatte um den Hals gebunden hatte.

Im Vereinsumfeld gab es zuletzt sogar Geraune, auf der Mitgliederversammlung wolle sich möglicherweise ein Magath-freundlicher Gegenkandidat zu Cassalette in Stellung bringen. Mit der Ernennung eines neuen Sportchefs ist diese Gefahr aus Sicht der klubinternen Magath-Opposition, zu der dem Vernehmen nach neben Investor Hasan Ismaik und seinem Vertreter Basha auch fast die gesamte Geschäftsstelle zählt, nun gebannt.

Auch für Trainer Möhlmann ist die Situation kurios

Kurios bleibt so oder so die Reihenfolge, in der die Löwen neues Personal einstellen: Erst verpflichten sie in Benno Möhlmann einen neuen Trainer, dann kommt ein neuer Sportchef, und dann erst wird der Präsident gewählt. Dabei erfordert auch die Verpflichtung eines neuen Sportdirektors die Zustimmung von mindestens zwei Vereinsvertretern - also eine des Übergangspräsidiums von Schneider und nicht etwa die von Cassalette.

TSV 1860 München Mit Neugier und Stofflöwe
Report
1860-Präsidentschaftskandidat Cassalette

Mit Neugier und Stofflöwe

Peter Cassalette präsentiert sich als umgänglicher Typ. Der 1860-Präsidentschaftskandidat setzt das Verhältnis zu Investor Ismaik auf die Agenda - und den Auszug aus der Arena.   Von Markus Schäflein und Philipp Schneider

Für Möhlmann wiederum ist die Situation auch kurios - sie wäre womöglich nur aufzulösen gewesen, hätte sich der TSV für Uwe Stöver, Möhlmanns langjährigen Sportchef beim FSV Frankfurt entschieden. Hat er aber nicht. Und nun steht Kreuzer vor dem Problem, dass Möhlmann bereits in der kurzen Zeit ohne ihn hierarchische Fakten geschaffen hat, als er verkündete: "Es wird kein Spieler geholt, den ich nicht will." Denn Spieler, die Möhlmann haben will, hätte die nicht auch Aygün verpflichten können?

Kreuzer also. Der 282-malige Bundesligaspieler, der pikanterweise 150 Partien für den Lokalrivalen FC Bayern bestritt, kehrt nach mehr als einem Jahr Pause auf die Fußballbühne zurück. Ziemlich bald dürfte er sich mit Möhlmann austauschen, der ja zwei bis drei neue Spieler im Winter fordert. Und was die kuriose Einstellungs-Chronologie angeht: Womöglich haben sie bei Sechzig schlicht Lehren aus der Vergangenheit ziehen wollen, als erst Präsident Gerhard Mayrhofer gewählt wurde, der Sportchef Gerhard Poschner holte, der Trainer Ricardo Moniz verpflichtete. Die richtige Reihenfolge hat bekanntlich auch nicht richtig funktioniert.