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Einigung mit Ismaik:Gebäude könnten verlorengehen

Im Falle einer Insolvenz könnten, wie aus dem Ausgliederungsplan hervorgeht, nicht nur Frankiermaschinen, Massagebänke und Torben Hoffmanns Nachfolger in die Insolvenzmasse geraten und mithin Gefahr gelaufen, verschachert zu werden. Sondern auch die Gebäude an der Grünwalder Straße 114. Das Erbpachtgrundstück droht zudem wieder an die Stadt München zurückzugehen. Wildmoser wollte allen Ernstes gar das "Clubhaus Tennis" (93 173 DM), die "drei Tennisplätze" (273 857 DM) und die dazu gehörigen "Beregnungsanlagen" (20 965 DM) an der Grünwalder Straße in die KGaA überführen, scheiterte aber in einer juristischen Auseinandersetzung am erbitterten Widerstand der Abteilung.

Vor dem Hintergrund, dass die Fußball-Gebäude verloren gehen könnten, ist ein Antrag von Herbert Bergmaier für die Mitgliederversammlung am 23. Juli zu betrachten: Sollte der durchgewunken werden und obendrein juristisch wasserdicht erdacht sein, dann wäre der e.V. von 1860 im Falle einer Insolvenz seiner 2002 ausgegliederten und vollkommen überschuldeten Profifußballabteilung wohl fein raus - obwohl er ihr 2002 einen "Wenderegner" (295 DM), eine "Behandlungsliege auf Rädern" (2240 DM), und den "Immateriellen Vermögensgegenstand Daniel Bierofka" (97 500 DM) übertrug.

Im Kern geht es bei der Mitgliederversammlung um eine Enthaftung der Verantwortlichen

In dem Antrag heißt es: "Das Präsidium wird beauftragt, zur Sicherung der Gemeinnützigkeit (...) das zumindest zum Teil mit e.V.-Geldern finanzierte Gebäude (Nachwuchsleistungszentrum incl. weiterer Räume) von der KGaA auf den e.V. zu übertragen." Der Wert des Gebäudes solle von einem Gutachter ermittelt werden, dann solle es zu "einer Verrechnung mit bestehenden sowie anfallenden Forderungen des e.V. an die KGaA aus dem Geschäftsbesorgungsvertrag" kommen. Ein schlauer Plan: Rund 500 000 Euro sind ohnehin aus der vergangenen Saison noch offen. Zusammen mit den übrigen rund 1,1 Millionen Euro aus der unter Wildmoser vorgenommenen "Mietvorauszahlung" des e.V. an die KGaA, die zur Kapitalausstattung der Gesellschaft diente, könnte sich tatsächlich in etwa der Wert des Gebäudes ergeben. Vorausgesetzt, der Gutachter ermittelt in etwa diesen Wert - und ein anderer Gutachter widerspricht ihm nicht.

Der Antrag sieht vor, dass das Präsidium durch die Mitgliederversammlung beauftragt werden soll, die Geschäftsführung anzuweisen, "den hierfür notwendigen notariellen Vertrag abzuschließen". Indem die Mitgliederversammlung zwischengeschaltet wird, geht es im Kern um eine Enthaftung der Verantwortlichen. So wie bei weiteren Anträgen, die auf der Tagesordnung stehen - etwa bei der Bitte an das Präsidium, 50+1 stärker zu leben, oder auch beim Antrag auf Aufkündigung des Kooperationsvertrags. Das höchste Vereinsorgan, die Mitgliederversammlung, soll die Scheidung der seit sechs Jahren währenden Ehe mit Ismaik einreichen. Auch wenn er am Dienstag nach langem Gezerre ein Entgegenkommen zeigte.

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