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TSV 1860 München:1860-Investor Ismaik rechnet mit drei Jahren Klage

TSV 1860 München

Würde 50+1 gerne abschaffen: Hasan Ismaik

(Foto: dpa)
  • Neues vom TSV 1860: Geldgeber Hasan Ismaik klagt gegen die 50+1-Regel im deutschen Fußball.
  • Der Investor kündigt in der SZ eine große Klagewelle an - es scheint ihm sehr ernst zu sein.

Hasan Ismaik, der jordanische Investor des in die Fußball-Regionalliga abgestürzten TSV 1860 München, macht seine Ankündigung wahr und geht gegen die 50+1-Regel vor. Ismaik erklärte der SZ am Freitagabend, dass er eine Beschwerde gegen die Regelung beim Bundeskartellamt in Bonn eingereicht hat. Er rechnet damit, dass sich der Prozess "drei Jahre" hinziehen wird.

"Ich klage zunächst in Deutschland, wenn das nicht genügt, dann ziehen wir vor den Europäischen Gerichtshof", sagte Ismaik. Bereits einen Monat zuvor, am Abend des 2. Juni, als er eine Zahlung über elf Millionen Euro zur Erlangung der Drittliga-Lizenz nicht leistete, hatte Ismaik gegenüber der SZ diesen Plan erstmals angekündigt. 1860-Präsident Robert Reisinger hatte sich daraufhin gegen Ismaik gestellt und angekündigt, dass es unter seiner Führung keine Klage der 1860-KGaA gegen 50+1 geben werde.

Die 50+1-Regel im deutschen Fußball besagt, dass bei ausgegliederten Profiabteilungen der ursprüngliche Verein das letzte Wort haben muss. Dies soll verhindern, dass Investoren oder andere Geldgeber die Macht im Klub übernehmen. Es gibt allerdings bereits Ausnahmen, etwa für Bayer Leverkusen, den VfL Wolfsburg oder 1899 Hoffenheim. Dort greift eine Sonderregel der Deutschen Fußball-Liga, wonach Investoren, die mehr als 20 Jahre einen Klub aktiv fördern, die Geschicke in die Hand nehmen dürfen.

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Ismaik ist seit sechs Jahren beim TSV 1860 involviert. "50+1 ist eine Scheinregel, die den deutschen Fußball nicht schützt, sondern extrem schadet", schrieb Ismaik flankierend am Abend auf Facebook. "Eigentlich sollten Fußballvereine wie Wirtschaftsunternehmen geleitet werden, von Profis. Bei 1860 dagegen wird der Verein wie eine Würstchenbude geführt."

Einige Kritiker der Regelung nehmen schon seit Langem an, dass sie einer Überprüfung nicht Stand halten würde. Sie gehen davon aus, dass Investoren unerlaubt beschränkt werden und eine marktbeherrschende Stellung missbraucht wird. Das Verfahren beim Bundeskartellamt könnte sich in der Tat lange hinziehen.

© SZ.de/sonn
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