TSG Hoffenheim Kramaric kritisiert Nagelsmann: "Wir sind keine Roboter"

Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann (li.) und Andrej Kramaric: Zwei mit unterschiedlichen Ansichten.

(Foto: dpa)

Die vielen Systemumstellungen nerven den Stürmer. In den NBA-Playoffs geht es spannend zu. Diego Maradona hat Stress im mexikanischen Fußball.

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Bundesliga, Hoffenheim: Vize-Weltmeister Andrej Kramaric (27) vom Bundesligisten TSG Hoffenheim kritisiert die angeblich verwirrenden Taktikmanöver seines Trainers Julian Nagelsmann. "Wir wechseln zu oft das System während des Spiels. Wir sind keine Roboter, sondern Menschen", sagte der kroatische Stürmer der Bild-Zeitung: "Das sind viele Fehler von draußen." Manchmal werde eine Systemänderung angesagt, "und dann brauchen wir drei Minuten, weil es nicht jeder Spieler versteht oder es wegen der 50.000 Zuschauer nicht hören kann", klagte Kramaric: "In diesem Moment verlieren wir unseren Vorteil."

Er selbst wisse "in so vielen Spielen in diesem Moment nicht, auf welcher Position ich überhaupt bin". Er sei enttäuscht, sagte der mit 16 Treffern beste Hoffenheimer Torschütze. Hoffenheim kämpft um den Einzug in den Europapokal, auch die Champions-League-Qualifikation ist noch möglich. Beim 2:2 bei Borussia Mönchengladbach am vergangenen Samstag hatte die TSG abermals zweimal einen Vorsprung aus der Hand gegeben. Nagelsmann wird den Klub zum Saisonende verlassen und zum Liga-Konkurrenten RB Leipzig wechseln.

NBA, Playoffs: Die Toronto Raptors und die Denver Nuggets haben im Play-off-Viertelfinale jeweils den Ausgleich geschafft. Toronto setzte sich im vierten Spiel der Best-of-Seven-Serie bei den Philadelphia 76ers 101:96 durch, Denver gewann 116:112 bei den Portland Trail Blazers. In beiden Serien steht es 2:2. Matchwinner für Toronto war Kawhi Leonard mit einem Double-Double aus 39 Punkten und 14 Rebounds. Philadelphias Joel Embiid zeigte dagegen mit nur elf Punkten eine schwache Leistung. Allerdings war der Kameruner laut Coach Brett Brown von einem Virus geschwächt ins Spiel gegangen. Bester 76er war Jimmy Butler mit 29 Punkten und elf Rebounds. Bei Denver ragte Jamal Murray mit 34 Zählern heraus. Sein Kollege Nikola Jokic schaffte mit 21 Punkten, zwölf Rebounds und elf Assists ein Triple-Double - schon sein viertes in der Post-Season. Topscorer der Trail Blazers war C. J. McCollum mit 29 Punkten. Spiel fünf in beiden Serien findet in der Nacht auf Mittwoch statt.

Fußball, Mexiko: Diego Maradona hat als Trainer des Zweitligisten Dorados de Sinaloa den Aufstieg verpasst. Das Team des Weltmeisters von 1986 verlor das Rückspiel des Finals der Halbserie Clausura gegen Atletico San Luis 0:1 nach Verlängerung. Das Hinspiel in der vergangenen Woche war 1:1 ausgegangen. "Ich bin fast gestorben", sagte Maradona: "Es tut mir leid für meine Jungs." Der 58-Jährige hatte seinen Posten im vergangenen September angetreten. Zuletzt hatte er einen Abschied aus Mexiko angedeutet, da die Schiedsrichter sein Team wegen seiner Person benachteiligen würden. Hätte sich Maradona mit seinem Klub durchgesetzt, hätte er in einem Play-off erneut gegen San Luis um den Aufstieg spielen müssen. Der Gegner hatte bereits die erste Halbserie Apertura gewonnen und dabei im Finale ebenfalls Dorados de Sinaloa das Nachsehen gegeben. Die Sieger der beiden Halbserien spielen den Aufstieg untereinander aus, da San Luis beide Halbserien gewann, steigt der Klub direkt auf.

Premier League, Manchester United: Der englische Rekordmeister Manchester United hat die Qualifikation für die Champions League verpasst. Die Red Devils kamen am vorletzten Spieltag der Premier League beim längst abgestiegenen Tabellenschlusslicht Huddersfield Town mit dem deutschen Teammanager Jan Siewert nur zu einem 1:1 (1:0) und haben mit 66 Punkten keine rechnerische Chance mehr auf Rang vier.

Hinter dem enteilten Spitzenduo FC Liverpool und Manchester City, das die Meisterschaft unter sich ausmacht, hat Eintracht Frankfurts Europa-League-Halbfinalgegner FC Chelsea durch das 3:0 (0:0) gegen den FC Watford mit 71 Punkten den dritten Rang vorzeitig sicher. Ruben Loftus-Cheek (48.), David Luiz (51.) und Gonzalo Higuain (75.) trafen für Chelsea, das am Donnerstag die Eintracht zum Rückspiel (Hinspiel 1:1) empfängt.

Die Entscheidung um den vierten und letzten Platz in Europas Königsklasse fällt zwischen den Nordlondoner Rivalen Tottenham Hotspur (70) und FC Arsenal, der angesichts von 67 Punkten aber ein kleines Wunder am letzten Spieltag benötigt. Champions-League-Halbfinalist Tottenham verlor am Samstag 0:1 (0:0) beim AFC Bournemouth, die Gunners erreichten gegen das seit Samstag gerettete Brighton & Hove Albion nur ein 1:1 (1:0) und warten seit vier Spielen auf einen Sieg. Der frühere Bundesliga-Torschützenkönig Pierre-Emerick Aubameyang (8., Foulelfmeter) traf für Arsenal, ebenfalls vom Punkt gelang Glenn Murray (60.) der Ausgleich.

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