Perfekter Abend
Es ist eine Liebe, die nie rosten wird: Der FC Barcelona ist nach zweieinhalb harten Jahren ins Camp Nou zurückgekehrt, jenes Stadion, in dem die große Geschichte eines weltberühmten Fußballvereins begründet liegt. Und besser hätte das heiß ersehnte Wiedersehen kaum ausfallen können, denn auch die Mannschaft des früheren Bundestrainers Hansi Flick wollte der Spielstätte die Ehre erweisen: mit einem 4:0 (2:0) gegen Athletic Bilbao und Toren von Robert Lewandowski, zweimal Ferran Torres und Fermín López. Was den Katalanen eine weitere, die vielleicht noch größere Freude des Abends bereitete, denn mit dem Erfolg zog Barcelona zumindest vorerst am ewigen Rivalen Real Madrid vorbei an die Tabellenspitze. Seit Beginn der umfangreichen Renovierungsarbeiten im Jahr 2023 hatten die Katalanen der Rückkehr in den Fußball-Tempel entgegen gedarbt, nun sprach Trainer Flick von einem perfekten Abend für ihn und seinen Stab, die Spieler, alle Mitarbeiter und natürlich die euphorischen Fans. Fortsetzung folgt. Ralf Tögel
Serientäter

Der Mainzer Abwehrspieler Dominik Kohr, 31, hätte dem Hoffenheimer Max Moerstedt, 19, am Freitag schlimmstenfalls Knochen brechen oder Bänder zerreißen können, als er ihm in der 88. Minute aus dem Lauf heraus mit durchgestrecktem Bein und offener Sohle das Fußgelenk umbog. Das tat schon beim Hinsehen weh. Wohl nur mit Glück blieb Moerstedt unverletzt. Kohr ist mittlerweile mehr als ein Wiederholungstäter, er ist ein Serientäter. Die rote Karte, die er für das Foul erhielt, war die dritte in seiner Karriere und bedeutete unter Einbeziehung von sechs gelb-roten Karten seinen neunten Platzverweis. Damit ist der 316-malige Bundesligaspieler nun alleiniger Rekordhalter bei Platzverweisen. 102 gelbe Karten, sechs gelb-rote und zuvor zwei rote bedeuteten bislang addierte 24 Spiele Sperre für Kohr. Nun kommen weitere hinzu. Dass er sich am nächsten Tag über Instagram bei Moerstedt entschuldigte und reumütig sagte, er habe sich beim Anschauen der Szene „selbst erschrocken“? Geschenkt! Ulrich Hartmann
Wichtige Rolle

In der Causa Andreas Schicker erkundigte sich die Bild-Zeitung auch bei Hoffenheims Außenverteidiger Bernardo. Er „verstehe nicht alles, was hinter den Kulissen passiert“, sagte der Brasilianer, und wer will ihm das verdenken. Aber über den Sport-Geschäftsführer Schicker hatte er eine klare Meinung: „Ich wäre traurig, wenn er geht.“ Bernardo muss nun nicht traurig sein, denn Schicker bleibt, wie am Samstagabend bekannt gegeben wurde. Das Werben des VfL Wolfsburg – von zwei Millionen Euro Ablöse war die Rede – blieb erfolglos. Zur Erklärung für Bernardo: Die TSG-Vizepräsidenten Christoph Henssler und Frank Engelhardt, die den Stammverein (e.V.) als Mehrheitsgesellschafter vertreten, hatten sich gegen eine Freigabe gewehrt. Schicker hatte vor dem Landgericht gegen den eng mit Mäzen Dietmar Hopp befreundeten Spielerberater Roger Wittmann ausgesagt, dessen Einfluss im Klub der e.V. beschränken will. Dem Geschäftsführer wird in diesem Machtkampf eine wichtige Rolle pro e.V. zugeschrieben. Markus Schäflein
Der leise Sandro

Der Fußball-Profi Sandro Wagner war selten um ein Bonmot verlegen, selbst eine Karriere als Politiker in Bayern hatte er einst in Aussicht gestellt. Der Augsburger Trainer Sandro Wagner hat zuletzt die leiseren Töne bevorzugt, er habe schon einen gewissen Druck gespürt, wie er zugibt. Vor allem das desaströse 0:6 gegen Leipzig sowie das 0:1 gegen Dortmund, beides vor Heimpublikum, waren Schläge ins Schwaben-Kontor. Nun hat der 1:0-Sieg gegen den Hamburger SV viel Schärfe aus der Diskussion genommen, zumal die Augsburger vor allem in Halbzeit eins eine gute Leistung boten. In Anton Kade traf einer der jungen Wilden nach einem schnellen Spielzug zum Sieg, was Wagners Idealvorstellung vom Spiel der Seinen schon recht nahe kam: Schnellen Offensivfußball will er sehen, von einer jungen Mannschaft, die er von Spiel zu Spiel entwickeln will. Rückschläge sind eingepreist, das betont der Trainer stets, den Sieg nahm er auffallend zurückhaltend zur Kenntnis. Und Bonmots in Richtung Kritiker hat er sich verkniffen. Ralf Tögel
Auf der Suche

Den tabellarischen Absturz des VfL Wolfsburg konnte bei der 1:3-Niederlage am Samstag gegen Leverkusen auch der Interimstrainer und vormalige A-Jugend-Coach Daniel Bauer, 43, nicht stoppen. Die Wolfsburger haben von den jüngsten neun Pflichtspielen acht verloren, einschließlich eines Pokal-Heimspiels gegen Zweitligist Kiel. Von diesen neun Spielen wurde nur eines beim Hamburger SV gewonnen. Mittlerweile ist der VfL, der in der Länderspielpause Trainer Paul Simonis und Sportdirektor Sebastian Schindzielorz suspendiert hat, in den Abstiegskampf gerutscht und wartet seit dem 14. Januar (5:1 gegen Gladbach) auf einen Heimsieg. Einen weiteren Rückschlag gab es am Samstagabend, als bekannt wurde, dass der massiv umworbene Österreicher Andreas Schicker, 39, doch Sportchef in Hoffenheim bleibt (siehe oben). Somit suchen VfL-Aufsichtsratsboss Sebastian Rudolph und Sport-Geschäftsführers Peter Christiansen weiter nach jenem Sportdirektor, der auch auf die Trainerfrage Einfluss nehmen könnte. Ulrich Hartmann

