Champions League der Frauen Wolfsburg verteidigt seinen Titel

Noëlle Maritz, Merle Frohms und Alexandra Popp vom VfL Wolfsburg feiern ihren Sieg.

(Foto: Getty Images)

Als erstes deutsches Team haben die Fußball-Frauen des VfL Wolfsburg es geschafft, ihren Titel in der Champions League zu verteidigen. Die Mannschaft setzte sich kurz vor Spielende doch noch gegen den schwedischen Vizemeister Tyresö FF durch - und damit auch gegen Marta, fünffache Weltfußballerin des Jahres.

Die Fußball-Frauen des VfL Wolfsburg haben als erste deutsche Mannschaft ihren Titel in der Champions League verteidigt. Ein Jahr nach dem überraschenden Erfolg gegen Olympique Lyon in London gewannen die Norddeutschen am Donnerstagabend in Lissabon gegen den schwedischen Club Tyresö FF mit 4:3 (0:2).

Vor etwa 8000 Zuschauern im Estádio do Restelo waren die Schwedinnen durch Marta (28. Minute) und Verónica Boquete (30.) vor der Pause in Führung gegangen. Doch nach dem Seitenwechsel sorgten Alexandra Popp (47.), Fußballerin des Jahres Martina Müller (53.), die eingewechselte Verena Faißt (68.) und erneut Müller (80.) für die Wende.

Die Brasilianerin Marta hatte den Außenseiter in der 56. Minute noch einmal in Führung gebracht. UEFA-Präsident Michel Platini und DFB-Boss Wolfgang Niersbach sahen die Wolfsburgerinnen zunächst in die Defensive gedrängt.

Der schwedische Vize-Meister um die fünffache Weltfußballerin des Jahres Marta startete mit Druck und überraschte den Titelverteidiger damit ganz offensichtlich. War der deutsche Meister im vergangenen Jahr noch als Außenseiter ins Endspiel gegen Lyon gegangen, galten die Niedersachsen dieses Mal als Favoritinnen - und kamen mit dieser Rolle zunächst nicht zurecht.

Zwar erspielte sich der VfL durch Alexandra Popp (14.) und Martina Müller (25.) die ersten kleinen Möglichkeiten. Doch die Skandinavierinnen waren stärker. Zunächst narrte Marta die komplette Wolfsburger Defensive und ließ Nationaltorhüterin Almuth Schult mit einem strammen Schuss keine Abwehrchance. Nur zwei Minuten später lief die Amerikanerin Christen Press von den VfL-Abwehrspielerinnen nahezu unbeeinträchtigt von den anderen einmal diagonal über den Platz und bediente die Spanierin Verónica Boquete in der Mitte, die Schult erneut keine Abwehrchance ließ.

Es passte zur miserablen ersten Hälfte der Wolfsburgerinnen, dass sich Nationalspielern Lena Gößling bei einem Zusammenprall mit der Schwedin Lisa Dahlkvist eine blutige Platzwunde im Gesicht zuzog und minutenlang behandelt werden musste. Allerdings kehrte die Angreiferin dennoch auf den Rasen zurück.

VfL-Coach Ralf Kellermann schien in der Pause die richtigen Worte an seine im ersten Durchgang völlig verunsicherten Spielerinnen gefunden zu haben. Die Mannschaft schaffte in der zweiten Hälfte den Anschluss durch Nationalstürmerin Popp. Die 23-Jährige köpfte nach Vorarbeit der zur Pause eingewechselten Verena Faißt ein. Wenig später sorgte Müller für den Ausgleich, ehe Marta für den nächsten Schock sorgte. Doch der VfL wehrte sich gegen die Niederlage und wurde durch die Treffer von Faißt und Müller belohnt.

"Das war eine unglaubliche Energieleistung meiner Mannschaft. Das Team hat in der zweiten Halbzeit sensationell gespielt, wir sind sehr stolz", sagte Trainer Kellermann nach dem Spiel.