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Triathlon:Kienle kämpft sich auf dem Rad heran

Frodeno hatte gleich beim Schwimmen versucht, einen Vorsprung auf Kienle herauszuarbeiten. Das gelang ihm. Während er als Dritter aus dem Wasser des Pazifiks kletterte, kam der Weltmeister von 2014 erst weit über vier Minuten später zur Wechselzone. Doch Kienle schien der Rückstand nicht zu beeindrucken. Auf dem Rad kämpfte er sich in der Hitze von Big Island eindrucksvoll heran. Nach 60 Kilometern hatte er zur Spitzengruppe aufgeschlossen und mischte von da an gemeinsam mit Frodeno vorne mit. Auch Böcherer und Stein waren ständig bei den Führenden dabei. Dagegen kassierte Neuling Lange eine Zeitstrafe von fünf Minuten.

Wegfahren konnte keiner der Fahrer an der Spitze - auch nicht Kienle und Frodeno. Kienle stieg als Erster vom Rad, dicht gefolgt von Böcherer und Frodeno. Danach der Australier Luke McKenzie, der Amerikaner Ben Hoffman und Stein. Frodeno kam zuerst aus dem Wechselzelt, kurz dahinter Kienle - das Duell konnte beginnen.

Am Anfang der Hitzeschlacht auf der Laufstrecke liefen beide noch nebeneinander her und plauderten und lachten sogar miteinander. Zwischen Kilometer 16 und 22 setzte sich aber der Titelverteidiger ab und lief sich einen Vorsprung von etwa anderthalb Minuten heraus. Der Abstand zwischen den beiden wuchs kontinuierlich.

Während Frodeno ungefährdet zu einem weiteren herausragenden Sieg lief, rauschte förmlich von hinten Rookie Patrick Lange heran, überholte einen Konkurrenten nach dem anderen und feierte seine dritten Platz im Ziel ausgelassen mit einem Tanz. Der Schützling vom einstigen Hawaii-Sieger Faris Al-Sultan aus München knackte auch den 27 Jahre alten Streckenrekord für den Marathon von Rekordsieger Mark Allen. In 2:39:45 Minuten war der 30-Jährige um 19 Sekunden schneller als der Amerikaner 1989.

"Das ist ein unfassbarer Cocktail aus Gefühlen", sagte er am Samstag (Ortszeit) in der ARD. "Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Ich habe am ganzen Körper Gänsehaut. Das ist wie 1000 Geburtstage, Weihnachten und Ostern zusammen in zehn Sekunden." Der gelernte Physiotherapeut hatte erst im Mai in Texas seinen ersten Ironman absolviert und gleich gewonnen. Hawaii war sein zweiter Start über die Langstrecke. Und es war sogar mehr drin als Platz drei. Auf dem Rad kassierte er eine Fünf-Minuten-Zeitstrafe. Im Ziel lag der 30-Jährige nur 4:44 Minuten hinter Frodeno.

© SZ.de/dpa/hatr/joku
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