Treffen zwischen Putin und Blatter Fußballspiele für die Soldaten

Zugleich sollen von jeder Eintrittskarte der Länderspiele im September (gegen Paraguay und die Slowakei) fünf Griwna an die ukrainische Armee gehen. "Heute muss sich die ganze Gesellschaft konsolidieren, um unsere Soldaten zu unterstützen", sagte Verbandspräsident Anatolij Konkow.

Angesichts einer solch klaren Haltung haben Fifa und Uefa mittlerweile erkannt, dass sich die Ukraine nicht in eine schlichte Lösung einbinden lässt, die ein listiger Strippenzieher wie Blatter am Ende noch zu eigenen Gunsten ausschlachten könnte: als eine Art Friedensstifter in Europas aufgewühltem Osten. Offenbar hat den Fifa-Chef der Austausch mit Putin derart ernüchtert, dass nun die Uefa "grünes Licht" erhalten hat, wie es dort heißt, die Sache auf eine Lösung hinzutreiben. Beide Dachverbände seien "an dem Punkt angelangt, wo sie des Wartens müde sind", sagte einer, der den Prozess eng begleitet.

Bis zum Freitag, heißt es nun in Uefa-Kreisen, soll eine klare Position erarbeitet und öffentlich kommuniziert werden; die Fifa könne sich dann dazu erklären. Am Dienstag warteten die Krisenmanager in der Verbandszentrale in Nyon am Genfer See noch auf die offizielle Reaktion des russischen Verbandes RFU auf ein Schreiben der Uefa; danach ist eine Sitzung des Dringlichkeitskomitees geplant. Man sei "bereit, Maßnahmen zu ergreifen", hieß es.

Verbandsintern laufen die Diskussionen darauf zu, den Krim-Klubs die Teilnahme an russischen Meisterschaftsspielen nicht zu erlauben; so wie das in der Vergangenheit auch "in anderen Fällen gehandhabt" worden sei. Nimmt man hinzu, dass die Uefa auch bei den Vereinten Nationen angefragt hat, wie diese die Hoheit über das Krim-Territorium einschätzt, weist vieles darauf hin, dass Russlands Fußball Sanktionen erwachsen dürften, falls die umgemodelten Teams antreten sollten.

Die Antwort der RFU soll sich auf die Frage beziehen, wie man es rechtfertigt, dass schon vergangene Woche drei Krim-Teams im nationalen Pokal mitmischen durften. Auf eine Warnung, was die anstehenden Ligaspiele am Mittwoch betrifft, hatte die Uefa verzichtet. Das sei nicht noch einmal nötig gewesen, heißt es in Nyon: "Die wissen ja, wie die Regeln sind."