Transfers in die Premier League:Dort das Geld, hier die Kreativität

Lesezeit: 2 min

Kevin De Bruyne

Irgendwo zwischen 70 und 80 Millionen Euro soll die Ablöse für Kevin de Bruyne betragen.

(Foto: Peter Steffen/dpa)

Irrwitzige Geldströme spülen Kevin De Bruyne nach England, die Bundesliga beklagt einen großen finanziellen Nachteil. Doch sportlich hält sich die Angst vor der Premier League in Grenzen. Aus guten Gründen.

Kommentar von Klaus Hoeltzenbein

Die Geldströme von der Insel fluten die Bundesliga, das Wehklagen ist groß, aber was bedeutet das sportlich? Zunächst, dass der VfL Wolfsburg als hartnäckiger Verfolger des FC Bayern kaum noch in Frage kommen dürfte. Schließlich war der überfallartige Konterstil, mit dem die Werkself im Mai im Pokalfinale begeistern konnte, auf die Dynamik von Kevin De Bruyne, 24, programmiert.

Irgendwo zwischen 70 und 80 Millionen sollte die Ablöse an diesem Wochenende ausverhandelt sein, die Manchester City überweist; ein stolzes Schmerzensgeld für die bittere Erkenntnis, dass nicht einmal der VW-Konzern die Mittel fand, den Belgier am Standort zu halten. Nur ist Widerstand zwecklos: Ein Profi, dem ein Wechsel verweigert wird, torpediert nicht selten den Betriebsfrieden.

Stirnrunzeln, aber auch unverhohlene Freude

Gerade erst erschien in Leverkusen Heung-Min Son, 24, nicht mehr zur Arbeit. Auch er wollte nach England, nach Tottenham, und setzte voraus, dass sie am Rhein schon einverstanden sein werden mit den 30 Millionen, die für den Südkoreaner geboten wurden. Waren sie dort auch, trotz demonstrativer Empörung.

Mit Stirnrunzeln, andererseits aber auch unverhohlener Freude begleiten die meisten Bundesliga-Manager die englische Welle. Die Millionen für De Bruyne, Son, Firmino (für 41 aus Hoffenheim nach Liverpool) oder Baba (für 30 von Augsburg nach Chelsea) sprengen zwar alles Dagewesene.

Jenseits der ethischen Frage aber, was die Dienstleistung eines Fußballers wert sein sollte, bleibt den Managern keine andere Wahl: Sie reagieren auf Angebot und Nachfrage. Grob fahrlässig wäre es, würde der FC Augsburg nicht mit der Baba-Unterschrift auf einen Schlag seinen Jahresetat ausgleichen.

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