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Transferpolitik des AS Monaco:Es war ruhig im Fürstenstaat

Für die Spieler bringt die Medien- und Einkaufskampagne von Rybolowljew ungewohnte Aufmerksamkeit mit sich. Die vergangenen Jahre war es ruhig im Fürstenstaat. Zu einigen Spielen fanden sich nur wenige hundert Zuschauer ein, die Fans blieben auf ihren Stühlen sitzen, selbst auf Siege folgten weder Gesänge noch Partystimmung. Monaco hat also einiges wieder gutzumachen.

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Ende 2011 waren viele Anhänger enttäuscht, dass sich der Klub von einem reichen Russen hatte kaufen lassen. Zumal Rybolowljew schon einmal wegen Mordes angeklagt war und sein Vermögen durch undurchschaubare Düngergeschäfte anhäufte. Nach dem Aufstieg aber sind die Fans zufrieden. "Es ist wie im Glücksspiel", sagt Chaude. Wer viel Geld ausgebe, schare die Menschen um sich.

Rybolowljew weiß seine Spieler zu vermarkten und die Fans zu umgarnen. Sie jubelten, als ihnen auf einer Party unter einem enormen Zeltdach Ende Juni die Verpflichtung von Falcao angekündigt wurde. Rybolowljew hatte 2000 Fans eingeladen und verköstigt, der populäre Hip-Hopper Akon trat live auf. "Der Champagner floss in Strömen, es gab tolles Essen - der lässt für uns was springen", erzählt Monsieur Chaude noch heute begeistert.

Chaude ist in Monaco geboren und lebt in einem kleinen Appartement, aber die meisten der knapp 40.000 Einwohner des Fürstentums kommen aus dem Ausland. Viele reiche Russen haben hier ihren zweiten Wohnsitz - schon alleine deswegen passt Rybolowljew gut in den Fürstenstaat.

Die Speisekarten in den teuersten Restaurants, einige Fußminuten vom Stadion entfernt, bieten ihre Kaviar-Häppchen auf Russisch an. Ein Quadratmeter in den oberen Etagen der Betonklötze kostet rund 80.000 Euro und damit so viel wie nirgendwo sonst auf der Welt.

Neben Tennis, der Formel 1 und Yachtschauen spielt Fußball im monegassischen Alltag deshalb nur eine kleine Rolle, es gibt nicht einmal ein Fanlokal. Derzeit zelebriert Trainer Claudio Ranieri das österreichische Sommercamp. Nahezu jedes Jahr wandert die monegassische Elf im heißen Juli und August aus.

Aber dieses Mal finden sich in der lokalen Zeitung Monaco Matin täglich Geschichten aus Seefeld, die fitten Jungs vorne, die schneebedeckten Gipfel dahinter. Zwei Spiele gegen deutsche Mannschaften hat Ranieri in die Vorbereitung integriert, vergangenes Wochenende gab es gegen Fortuna Düsseldorf ein 2:3, am Samstag steht eine Partie gegen den FC Augsburg (Anstoß 16.30 Uhr, Memmingen) an.

Chaude findet die PR-Kampagnen gut. Er hat keine Lust mehr, neben leeren Stühlen im Stadion zu sitzen. "Der harte Kern von Monaco-Fans ist klein", sagt er. Aber jetzt, Mitte Juli, hätten sie schon 500 Mitglieder in ihrer Kartei, so viele wie sonst erst zu Beginn der Saison.

Viele der Fans kennt Chaude persönlich - sie sind wie er in Monaco geboren und halten dem Verein seit Jahrzehnten die Treue. Fünfhundert sei auch eine passende Zahl für einen kleinen Stadtstaat und seine Mannschaft. Wenn es nicht das Land der ehrgeizigen Millionäre und Milliardäre wäre.

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