Transfermarkt Plötzlich Opfer

Für ihn soll Liverpool 200 Millionen Euro verlangt haben: Philippe Coutinho.

(Foto: Nelson Almeida/AFP)

Vor ein paar Wochen noch war der FC Barcelona der Krösus - aber da jeder wusste, dass der Klub 222 Millionen Euro bei der Hand hatte, wurde jeder Spieler teurer. Am Ende wollte Liverpool 200 Millionen für Coutinho - da passte sogar Barça.

Der spanische Fußball-Pokalsieger FC Barcelona sieht sich als Opfer der explodierenden Transfersummen. "Nach Wochen der Verhandlungen hat der FC Liverpool am Freitag 200 Millionen Euro für einen Spieler verlangt. Wir gehen allerdings nicht mit dem Klub in ein solches Risiko", sagte Barças Geschäftsführer Sport Albert Soler auf einer eigens einberufenen Rechtfertigungs-Pressekonferenz am Samstag. Er nannte zwar nicht den Namen des Spielers, aber klar ist, dass die Katalanen den Brasilianer Philippe Coutinho vom Klub des deutschen Teammanagers Jürgen Klopp loseisen wollten. Barca war allerdings aufgrund des 222-Millionen-Transfers von Superstar Neymar zu Paris St. Germain auch Auslöser des sich zuletzt mehr als rasant drehenden internationalen Transferkarussells. Für 105 Millionen Euro Ablöse plus 42 Millionen Euro Bonuszahlungen hatte Barca bereits Ousmane Dembélé von Borussia Dortmund als Neymar-Ersatz geholt.

"Wir bedanken uns bei dem Spieler", betonte Soler in Richtung Coutinho, "er wollte zu uns, aber die Summen waren nicht verhandelbar." Einen Wechsel von Coutinho hatte Liverpool lange abgelehnt, Barcelona soll zuletzt 123 Millionen Euro geboten haben. Der 28-Jährige hat wegen Rückenbeschwerden in dieser Saison noch nicht für Liverpool gespielt, am Donnerstag aber für Brasiliens Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation gegen Ecuador beim 2:0 getroffen.

Einigkeit mit Messi - nur die Unterschrift fehlt

Soler erklärte in Barcelona weiter, dass bei den Verhandlungen mit dem fünfmaligen Weltfußballer Lionel Messi weitgehend Einigung über eine Vertragsverlängerung erzielt wurde, allerdings sei der Kontrakt noch nicht unterschrieben. "Es wird kein Problem werden, wir schicken allen Mitgliedern diese Nachricht als Beruhigung", so Soler. Sportdirektor Robert Fernández ergänzte vor 80 Journalisten im Estadio Camp Nou: "Wir hätten gerne einige Transfers getätigt, aber es hat nicht sollen sein. Das bedeutet aber nicht, dass wir nicht zufrieden sind mit dem, was wir haben. Wir haben eine fantastische Mannschaft."

Kurz vor Ende des Sommer-Transferfensters in Spanien am Freitag um 23.59 Uhr hatte es bei Barcelona nochmals hektische Betriebsamkeit gegeben. Nicht nur um Coutinho wurde gefeilscht, auch Weltmeister Mesut Özil (FC Arsenal/60-Millionen-Euro-Offerte) und Argentiniens Vize-Weltmeister Angel Di Maria (Paris St. Germain/45 Millionen-Angebot) standen laut Medienberichten auf der Wunschliste von Barça. Realisieren ließ sich am Ende aber kein Transfer mehr. "Wir wollten nicht gefangen werden durch einen inflationär überhitzten Markt", sagte Soler.