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Transfermarkt im Fußball:Spielergewerkschaft will Ablösesummen abschaffen

  • Die Spielergewerkschaft Fifpro will bei der EU-Kommission in Brüssel Beschwerde über das geltende Transfersystem einlegen.
  • Nach Ansicht der Spielervertretung haben die Fußballprofis nicht die gleichen Arbeitnehmerrechte wie in anderen Branchen.
  • Karl-Heinz Rummenigge, Vorsitzender der europäischen Klubvereinigung ECA, kritisierte das Vorgehen.

Die Spielergewerkschaft Fifpro will diesen Freitag Beschwerde bei der EU-Kommission einreichen und so das Transfersystem im Fußball radikal reformieren. Mit Hilfe der Kommission in Brüssel sollen die Ablösesummen abgeschafft werden, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung und der Guardian berichteten.

Das kritisiert die Fifpro

Nach Ansicht der Fifpro, die nach eigenen Angaben 65 000 Profis weltweit vertritt, verstoßen die Transferregeln gegen das europäische Wettbewerbsrecht. Fifpro-Präsident Philippe Piat kritisiert die ungleichmäßig verteilten Möglichkeiten von Klubs und Spielern, Verträge einseitig zu beenden. Fußballprofis genießen demnach gegenüber ihren Arbeitgebern nicht die gleichen Rechte wie Arbeitnehmer in anderen Branchen.

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Laut FAZ moniere die Fifpro zudem, dass der Weltverband Fifa und die unter ihm organisierten Verbände als "Kartell im Sinne des Artikels 101 des Vertrags über Arbeitsweise der EU" operierten. Klubs und Verbände würden ihre marktbeherrschende Stellung missbrauchen und damit gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen. "Falls sich das System nicht ändert, dann überleben die Ligen in Osteuropa und kleineren westeuropäischen Ländern wie den Niederlanden und Dänemark nicht. Wir sind überzeugt, dass unsere Zahlen belegen, dass es keine Stabilität in diesem System gibt - weder für Klubs noch für die Spieler, die nicht bezahlt werden", sagte Fifpro-Generalsekretär Theo van Seggelen der FAZ.

Das fordert die Fifpro

Die Gewerkschaft erwartet durch ihre Aktion eine ähnliche Revolution im internationalen Fußball wie nach dem Bosman-Urteil 1995. Damals hatte der Europäische Gerichtshof entschieden, dass Fußballprofis nach Ablauf ihres Vertrags ablösefrei den Verein wechseln können. Die Fifpro will Spielern nun ermöglichen, auch viel leichter aus dem laufenden Vertrag heraus zu wechseln. Derzeit müssen Vereine eine Ablöse für Spieler bezahlen, die 28 Jahre alt sind und ihren Vertrag drei Jahre vor dem Ende auflösen. Bei Spielern, die 30 Jahre alt sind, ist die Grenze zwei Jahre vor Vertragsende. Zudem sollen Ausleihen abgeschafft, Kadergrößen limitiert und Zahlungen an Spielerberater begrenzt werden.

Die Fifpro hielt am Freitag eine Pressekonferenz, auf der sie das Vorgehen verteidigte und weiter begründete. "Wir befürchten, dass die finanzielle Blase, die sich gebildet hat, demnächst explodiert", sagte Präsident Piat: "Es gibt keinen Respekt für die Angestellten im Fußball, der Fußball sollte sich nicht über das Gesetz stellen."

Die EU-Kommission wird nun nach dem Erhalt der Beschwerde bis zu zwölf Monate brauchen, um eine erste Entscheidung zu treffen. Fällt diese für die Fifpro aus kommen wohl noch einmal ein bis zwei Jahre dazu, bis die Regeln endgültig geändert werden würden.

Rummenigge kritisiert das Vorgehen

"Ich hoffe nicht, dass man die Transferregeln nochmal verschärft. Was jetzt passiert, kann man dem Fan kaum mehr verständlich, rational vermitteln", sagte Bayern Münchens Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, gleichzeitig Vorsitzender der Klub-Vereinigung ECA, bei Sky: "Wenn man jetzt nochmal Fahrt aufnimmt, könnte man das Rad am Ende des Tages überdrehen. Das kann nicht im Interesse der Fifpro und der Spieler sein."

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