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Transfer zum BVB:Dortmund braucht die Neuen in Bestform

Es kann allerdings durchaus sein, dass die anderen sechs Zugänge die Qualität des BVB-Kaders mittelfristig sogar deutlicher steigern als die beiden Promis. Götze und Schürrle müssen schon an ihrer Bestform kratzen, um Dortmunds junge, wilde Europa-Auswahl auf Distanz zu halten. Ousmane Dembélé, 19, zum Beispiel, Franzose, ein Dribbler wie Götze, wird der sofortige Sprung zugetraut.

Raphael Guerreiro, 22, mit Portugal Europameister geworden und obendrein in die offizielle Mannschaft des EM-Turniers gewählt, dürfte es kaum an Selbstbewusstsein fehlen, auf den Positionen von Linksverteidiger Marcel Schmelzer oder weiter vorne, für Marco Reus oder André Schürrle, sofort anzugreifen. Götze und Schürrle konkurrieren zudem mit dem 18-jährigen dänisch-türkischen Wunderkind Emre Mor, der bei der EM auch neutrale Zuschauer mit Messi-artigen Dribblings verzückte. Außerdem hat Tuchel noch Shinji Kagawa oder Gonzalo Castro an Bord. Einen ersten Eindruck vom flackernden Konkurrenzkampf könnte ein Resultat aus China vermitteln: 4:1 besiegte der BVB dort am Freitag Manchester United in einem Test. Bei ManUnited spielte Mkhitaryan - für Dortmund trafen Castro (2), Aubameyang und Dembele. Man wird sehen, was Tuchel angesichts des spannend besetzten Kaders einfällt. Für ihn ist der dichteste BVB-Kader der Klubgeschichte eine Herausforderung. Vorige Saison musste er einer auf stures Gegenpressing gepolten Elf Nachhilfe in Ballbesitz-Fußball geben, was bravourös funktionierte.

In Phase zwei bekommt Tuchel nun viele Eins-gegen-eins-Spieler dazu. Fast alle sind Prototypen der neuesten Generation, beidfüßig, flexibel, in modernen Kaderschmieden ausgebildet. Das Versuchslabor, das die Dortmunder ihrem Coach für seine Doktor-Arbeit hingestellt haben, ist nicht auf allzu lange Forschung ausgelegt.

© SZ vom 23.07.2016/jbe
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