Transfer zu Manchester City:Schalker Rekordgeschäft

Lesezeit: 3 min

Nun aber wird der Transfermarkt um den gesteigerten Börsenfaktor bereichert, talentierte Spieler werden als Wertpapiere betrachtet, und nicht wenige Fans fangen an, gewinnreiche Erlöse für ihre Spieler mit ähnlicher Genugtuung aufzunehmen, wie sie sich über Tore ihrer Mannschaft auf dem Spielfeld freuen.

Sané wird, gemessen an den im Sommer 2016 gehandelten Summen, für Schalke 04 ein Rekordgeschäft werden. Mit einer Summe jenseits von 50, womöglich jenseits von 60 Millionen Euro ist zu rechnen. Der Vertrag des Angreifers gilt bis 2019 und wird erst im kommenden Sommer durch eine Ausstiegsklausel beschränkt. Derzeit ist die Transferentschädigung also frei zu verhandeln. Im vorigen Sommer vereinnahmte Schalke für Julian Draxler rund 36 Millionen Euro, der Betrag kann auf 40 Millionen Euro steigen, auch durch eine Beteiligung am Weiterverkauf.

Dass Schalke beim Erwerb des Schweizer Nationalspielers Breel Embolo ebenfalls eine Rekordsumme investiert hat, ist auch im Zusammenhang mit dem mutmaßlich anstehenden Verkauf von Leroy Sané zu sehen. Am 19 Jahre alten Angreifer Embolo war auch RB Leipzig interessiert, konnte sich aber zunächst mit dem FC Basel nicht über die Kaufsumme einigen.

Der vom FC Basel geholte Breel Embolo startet ins Training

Als (neben anderen Vereinen) Schalke in den Wettstreit um den talentierten Spieler eintrat, stieg Leipzig aus den Verhandlungen aus. Von einem Preis deutlich jenseits der 20 Millionen Euro ist die Rede - plus hohen Bonuszahlungen. Viel Geld für einen Verein, der sich unverändert die Konsolidierung und den Abbau des mehr als 140 Millionen Euro betragenden Schuldenstands zum primären Ziel gesetzt hat.

Andererseits ist dieses teure Geschäft wohl als Vorschussgeschäft zu sehen. Embolo ist ein junger, längst nicht fertiger, aber recht weit entwickelter Spieler, ähnlich wie Sané. Er steigt in Kürze in die Saisonvorbereitung mit Schalke ein, am Mittwoch war er Zeuge des 9:1-Testspielsiegs in Rheine, an diesem Freitag präsentiert er sich in Gelsenkirchen der Presse. Hätte Schalke zunächst die Millionen für Sané eingesammelt, um dann den Kauf eines halbwegs adäquaten Ersatzmanns anzugehen, wäre der Ersatzmann zwangsläufig teurer geworden. Abgesehen davon, dass Embolo dann in Leipzig oder London spielen würde.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema