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Transfer in der Bundesliga:Schalke verpflichtet Kevin-Prince Boateng

Hier noch im Trikot des AC Mailand: Kevin-Prince Boateng.

(Foto: AFP)

Es ist wohl der spektakulärste Transfer des Bundesliga-Spätsommers: Wie Schalke 04 bekannt gibt, weilt der ghanaische Nationalspieler Kevin-Prince Boateng bereits zur medizinischen Untersuchung in Gelsenkirchen. Er soll zwölf Millionen Euro Ablöse kosten.

Im September reist der FC Bayern zum Auswärtsspiel nach Schalke. Wer hätte gedacht, dass es dabei zu einem Familientreffen kommt? Wie die Schalker auf ihrer Homepage berichten, weilt Kevin-Prince Boateng vom AC Mailand derzeit zum Medizincheck in Gelsenkirchen.

Mit den Verantwortlichen von Boatengs aktuellem Klub, dem 18-fachen italienischen Meister AC Mailand, haben die Schalker bereits Einigkeit über einen Transfer erzielt. Wie der Aufsichtsrat-Vorsitzende Clemens Tönnies der Bild-Zeitung bestätigte, zahlt Schalke 12 Millionen Euro Ablöse. Der 26-Jährige erhält einen Dreijahresvertrag plus Option auf ein weiteres Jahr.

"Wir sind klar mit ihm, und wir sind glücklich, dass der Transfer geklappt hat", sagte Tönnies: "Er ist genau die Verstärkung, die wir brauchen und die wir uns gewünscht haben." Der Bruder von Kevin-Prince, Jérôme Boateng, spielt in der Bundesliga für den FC Bayern.

Schalke ist Boatengs dritter Anlauf in der deutschen Eliteklasse. Für seinen Jugendverein Hertha BSC bestritt der ghanaische Nationalspieler nach seinem Debüt im Alter von 18 Jahren zwischen 2005 und 2007 42 Spiele in der Bundesliga und erzielte dabei vier Treffer, in der ersten Saison noch als Mitspieler seines Halbbruders Jérôme.

2007 wechselte der Mittelfeldspieler für eine Ablöse von 7,9 Millionen Euro zum englischen Erstligisten Tottenham Hotspur, konnte sich dort aber nicht durchsetzen. Auch ein halbjähriges Engagement bei Borussia Dortmund endete ungünstig. Nach zehn Ligaspielen, davon nur drei über 90 Minuten, sah Boateng am 32. Spieltag der Saison 2008/2009 beim VfL Wolfsburg nur neun Minuten nach seiner Einwechslung die rote Karte.

Während Boateng danach in England und Italien durch sein dynamisches und trickreiches Spiel zum Publikums- und Journalistenliebling avancierte, prägte sein Bild in Deutschland vor allem eine Aktion: ein Foul, das die Karriere von Michael Ballack entscheidend ins Straucheln brachte.

Im Trikot des FC Portsmouth grätschte Boateng den damaligen Kapitän der deutschen Nationalmannschaft im Finale des FA-Cups gegen den FC Chelsea mit Anlauf um. Ballack verpasste die WM in Südafrika. Damals galt Boateng in der Bundesliga als unvermittelbar. Nun kehrt er zurück.

© Süddeutsche.de/dpa/sid/ebc/rus
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