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Training mit Boris Becker:Ein Klassiker der Parodie

Tennis Australian Open 2014

Novak Djokovic (re.): Lauscht aufmerksam Boris Becker

(Foto: dpa)

Wie sieht das aus, wenn Boris Becker seinem Schützling Novak Djokovic eine Lehrstunde erteilt? Vor dem Start der Australian Open gewähren der Tennisspieler und sein neuer Trainer einen Einblick in ihre Arbeit. Der ist zwar kurz, aber vielsagend.

Der Weg zu den Plätzen 16, 17, 18 ist vertrackt. Er führt an Containern vorbei, es gibt Richtungsänderungen, dann steht man da: vor Käfigen, die an Basketballplätze in New York erinnern. Zuschauer können von einer Brücke aus auf die "Practice Courts" gucken. Die Tennisspieler der Australian Open tauchen in dieser Ecke des Melbourne Parks auf, aber nicht alle. Auserwählte dürfen nämlich auf dem Center Court trainieren, wenn der frei ist - wie am Sonntag.

Novak Djokovic ist so ein Auserwählter. Und Boris Becker natürlich. Am Sonntag verzogen sich die beiden in die Rod Laver Arena. Zuschauen war zunächst strikt untersagt. Am Mittag aber gab es dann plötzlich doch die Information: 15 Minuten Zuschauen wird erlaubt, für Fotografen und Presse. "Bitte seien Sie pünktlich!", hieß es. Wer zu spät kam, verpasste es also: das bisher unter Verschluss gehaltene Training von Djokovic und Becker. "So weit ist es gekommen", frotzelt ein Fotograf, "und das alles wegen dem roten Baron." So wurde Becker früher öfter genannt.

Um 15 Uhr brach der Tross auf. Vor dem Aufzug: Stau. Genau in diesem Moment schritt Sabine Lisicki vorbei, vergangenes Jahr Wimbledon-Finalistin. "Haaaalllo", grüßte sie. Fünf Meter hinter ihr dackelte Oliver Pocher, ja, er dackelte, Kappe, gebeugte Haltung, Tasche tragend, leerer Blick. Der TV-Unterhalter ist mit Sabine Lisicki liiert. Für wen diese Beziehung ertragreicher ist, darüber lässt sich vorerst nur spekulieren. Ähnlich verhält es sich beim Thema Djokovic und Becker.

Die Tenniswelt hatte ja gestaunt ob der Gründung dieser Liaison zwischen dem berühmten Deutschen und dem berühmten Serben, der ohne Baron an seiner Seite schon sechs Grand-Slam-Titel gewonnen hat - so viele, wie Becker in seiner gesamten Karriere sammelte. 2013 triumphierte Djokovic jedoch nur hier, in Melbourne. Im Dezember holte er den früheren deutschen Tennisliebling in sein Team. Um sich neu inspirieren zu lassen, um wieder die Nummer eins, Rafael Nadal, anzugreifen. Wie also sieht sie aus, diese Inspiration?