Trainersuche bei 1860 München:Lieber eine kleine Lösung

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Das wiederum wollte Ismaik nicht einsehen, der ja ohnehin seit Mai auch "Profis" in Sechzigs Geschäftsstelle fordert: einen Geschäftsführer "mit fünf bis zehn Jahre Erfahrung bei einem erstklassigen Verein". Die hat Schäfer nicht. Und nun droht Basha, Ismaiks einzigem Statthalter in München, noch immer der Verlust seiner Aufenthaltsgenehmigung. Weil er keinen Job in Deutschland hat.

Man wäre also nicht auf die Idee gekommen, dass Ismaik bei der Suche nach einem neuen Trainer eine Rolle spielen würde. Doch Basha berichtete überraschend, es habe bereits "Gespräche" mit ihm gegeben - womöglich nutzt die neue 1860-Führung um Mayrhofer nun die Gelegenheit, sich dem Investor wieder anzunähern. Ob dabei eine ganz große und prominente Lösung herauskommt, ist allerdings anzuzweifeln. Bereits im Mai hatte sich der Jordanier etwa mit Felix Magath getroffen.

Der ließ aber am Sonntag prophylaktisch ausrichten, Sechzig komme nicht in Frage. Eine Wahl dieser Kategorie wäre ohnehin nur denkbar gewesen, wenn Ismaik oder Sechzigs neuer Hauptsponsor VW für Kosten und Folgekosten (bei Magath traditionell astronomisch hoch) aufgekommen wären. Einer wie Magath, mit fünf bis zehn Jahren Erfahrung bei einem erstklassigen Klub, würde auch die Hierarchien verschieben.

Ob dies im Sinne Schäfers wäre? Lieber die kleine Lösung. Obwohl Vizepräsident Peter Helfer betonte: "Wir machen nichts mehr mit Co- oder Amateurtrainern. Jetzt brauchen wir einen Profi, der die Liga kennt." Als Favorit von Sportchef Hinterberger gilt Friedhelm Funkel, 59, zuletzt bei Alemannia Aachen und seit eineinhalb Jahre arbeitslos. Auch Lorenz-Günther Köstner (zuletzt VfL Wolfsburg) und Heiko Vogel (FC Basel) werden gehandelt.

Und Werner Lorant? Hat lange nicht mehr als Trainer gearbeitet. Und Erfolg hat er seit Sechzig keinen mehr gehabt, weder bei Kasimpasa SK (2007) noch bei Liaoning Guangyuan FC (2008) noch als Kandidat der Fernsehshow "Die Alm - Promischweiß und Edelweiß" (2011). Aber Sechzig wäre nicht Sechzig, wenn es nicht ein paar Leute gäbe, die sich Lorant zurückwünschen.

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