Trainersuche bei 1860 München:Sogar Matthäus hat sich gemeldet

Lesezeit: 3 min

Dass Schmidt Benjamin Lauth als Kapitän absetzte und ihn nicht mehr als Stammspieler berücksichtigte, "hätte er sich sparen können", fand Mayrhofer. Lauth selbst erklärte, es sei "nicht angebracht, jetzt nachzutreten", er gab aber zu bedenken: "Für alle Stürmer war die Situation nicht einfach. Keiner von uns wusste, ob er am nächsten Wochenende wieder spielt. So etwas verleiht einfach keine Sicherheit."

Bei der Suche nach einem neuen Trainer greift das Ausschlussprinzip. Kosta Runjaic (früher Duisburg) und Ralph Hasenhüttl (früher Aalen) seien schon mal "nicht auf der Liste", sagte Helfer, ebenso wenig wie Thomas Schaaf ("Wir brauchen jemanden, der die zweite Liga kennt"). Friedhelm Funkel und Lorenz-Günther Köstner fand er hingegen "interessant".

Funkel gab zu bedenken, er sei eigentlich immer im Gespräch, wenn irgendwo ein Trainer gesucht werde; und der sehr interessierte Lorenz-Günther Köstner war am Montag noch nicht kontaktiert worden. "Natürlich kann man sich das vorstellen, aber es hat sich niemand von Vereinsseite aus gemeldet", sagte er, "und ich möchte tunlichst vermeiden, mich anzubiedern."

Gemeldet hat sich Lothar Matthäus - via Facebook. Nachdem Helfer gesagt hatte, Matthäus passe nicht zu 1860 "mit seinen Soaps und seinem ganzen Schmarrn", konterte der Verschmähte. "Nicht immer hilft ein Helfer - wer dem Fußball mehr geholfen hat, können wir hier gerne abstimmen", schrieb Matthäus. Es sei "erstaunlich - ich kenne weder Herrn Mayrhofer noch Herrn Helfer, und das nach mehr als 30 Jahren im Fußballgeschäft."

Eine ambitionierte Lösung à la Felix Magath wäre nur mit finanzieller Unterstützung von Investor Hasan Ismaik möglich, dessen Cousin Basha bei der Suche eingebunden ist. Den ganz großen Wurf wird das Budget von 1860 nicht hergeben. Zumal Mayrhofer schon berichtete, durch das ausbleibende Zuschauerinteresse - gegen Sandhausen kamen nur noch rund 15 000 Besucher, schon zum Auftakt gegen den FSV Frankfurt waren es nur 16 500 gewesen - sei die "finanzielle Lage jetzt saudumm". Es ist in der Tat viel Dummes passiert in Mayrhofers Abwesenheit, und er plant strikte Konsequenzen: "Ich glaube, ich fahre nie mehr in Urlaub."

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB