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Trainerfrage in Stuttgart:Kein taktisches Schischi unter Kramny

Wo bei Zorniger noch deutlich mehr taktisches Schischi war, wird bei Kramny der Gegner erst auf Höhe der Mittellinie angegriffen. Die Verteidigungslinien rücken eng zusammen, bei Ballbesitz lässt sich der Sechser Serey Dié zur Absicherung zwischen die Innenverteidiger fallen. Weit weg von einem Libero ist das gar nicht mehr. Bis zur Halbzeitpause hatten die Stuttgarter im Kellerkampf damit durchaus Erfolg. Die Führung in der 33. Minute durch Lukas Rupp war verdient.

"Wir hatten den Gegner im Griff", meinte Kramny, der monierte, das zweite Tor nicht nachgelegt zu haben: "Wenn es 2:0 steht, fällt das 3:0 leichter." Doch es stand eben 1:0, als sich der VfB in Halbzeit zwei wohlig zurücklehnte. Die Bremer erwachten, auch weil sie laut Kramny "so blind auch nicht waren". Anthony Ujah verwertete schließlich folgerichtig einen unglücklich abgefälschten Ball im VfB-Strafraum (71.). "Der Ausgleich hat uns aus der Bahn geworfen", sagte Kramny.

"Bupp" soll es bald machen

Er vermisste an diesem Tag das "Spielglück". Das hätte sich durchaus auch sein trotz allem "zufriedener" Kollege Viktor Skripnik wünschen können, dessen Team immerhin ein fälliger Elfmeter verwehrt wurde (30.). Kurz nach der Pause verletzte sich zudem Antreiber Zlatko Junuzovic, für den die Hinrunde nach eine Schultereckgelenkssprengung beendet ist.

Ein "Sechs-Punkte-Spiel" hatte Stuttgarts Sportdirektor Robin Dutt die Partie des nun 17. gegen den 15. genannt. Am Ende wurden zwei Punkte verteilt. Mehr hatte diese Partie auch nicht verdient, was für die Stuttgarter, die so langsam den Anschluss verlieren, deutlich schmerzhafter war. Kramny wird es dennoch weiter auf seine Art versuchen, "irgendwann muss es auf dem Platz "bupp" machen".

Die Bupp-Taktik ist allerdings kein langfristiger Ansatz, für den stehen unter anderem Pierluigi Tami von Grasshopper Zürich, der frühere VfB-Spieler Murat Yakin und Sandhausens Coach Alois Schwarz, immerhin gebürtiger Schwabe. Dutts Kandidaten-Liste ist lang und nur eines ist klar: Das Team wird voraussichtlich mit dem siebten Trainer seit 2013 in die Rückrunde gehen.

© SZ vom 08.12.2015/tbr
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