Trainer Pep Guardiola und Luis Enrique:Eine Frau soll noch besser gewesen sein

Das war, nachdem er - zu Zeiten von Guardiola als Chefcoach - von 2008 bis 2010 die zweite Mannschaft des FC Barcelona trainiert hatte. Damals wie heute betonten die beiden ihre Freundschaft. Ganz frei von Reibungen war die Zusammenarbeit aber nicht. Die Spieler, die Guardiola aus Luis Enriques zweiter Mannschaft zum Training mit dem A-Kader hochzog, durften sicher sein, dass sie am folgenden Wochenende im B-Team nicht spielen würden. Enrique vertraute nur Spielern, die unter der Woche mit ihm gearbeitet hatten.

Der Erfolg seiner Mannschaften war ihm wichtiger als das globale Interesse eines Klubs, der ihm - nach seinem Stammverein Sporting Gijón - nur der Zweitliebste ist. Guardiola nahm das hin; nicht völlig ohne Groll, aber auch ohne zu klagen. Er selbst hatte es bei Barça unter seinem Mentor Johan Cruyff anders gelernt. Die Episode taugt auch als Indiz dafür, dass Enrique niemandem etwas schenkt. Auch Freunden nicht. Er und Guardiola tickten ähnlich. Auf Mannschaftsreisen tauschten sie häufig Bücher.

In den Grundideen ihres Fußballs sind sie sich ähnlich. Das liegt nicht nur an den gemeinsam besuchten Kursen, sondern auch daran, dass beide beim FC Barcelona insgesamt fünf Jahre zusammenspielten - ab 1996, als der Klub noch unter dem Einfluss von Johan Cruyff stand. Moreno sagt, es sei absehbar gewesen, dass Guardiola und Luis Enrique erfolgreiche Trainer werden würden. Als sich das Präsidium des FC Barcelona nicht sicher war, ob es das Traineramt wirklich dem Novizen Guardiola anvertrauen sollte, wurden auch bei Moreno Erkundigungen eingeholt.

"Die fehlende Erfahrung war in meinen Augen überhaupt kein Problem. Erfahrung brauchst du vor allem, wenn du Mannschaften vor dem Abstieg bewahren musst. Bei qualitativ hochwertigen Teams wie dem FC Barcelona brauchst du ein Händchen, um die Kabine beieinander zu halten. Pep hat das", glaubt Moreno.

Ob Guardiola und Enrique zu den Jahrgangsbesten gehörten, will Moreno nicht verraten; die Vertraulichkeit der Noten bleibt ihm heilig. In der einen oder anderen Publikation ist allerdings zu lesen, dass Arantxa Del Puerto, die einzige Frau des Kurses, noch besser abgeschnitten habe. Doch auch sie will das nicht preisgeben. "Ich weiß nur, dass ich sehr gute Noten hatte", sagt sie, "und dass sie mir die Nervosität, die ich hatte, genommen haben. Sie haben mich behandelt wie jeden anderen im Kurs."

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