Trainer Guus Hiddink:Bondscoach muss zum Rapport

Dutch team

Schon wieder verloren: Guus Hiddink.

(Foto: Olaf Kraak/dpa)

Die Niederlage gegen Island alarmiert den holländischen Fußball-Verband, Hiddink muss sich erklären. Werder-Aufsichtsratschef Lemke schlägt Marco Bode als seinen Nachfolger vor. Der FC Bayern darf zum Papst.

Fußball, EM-Qualifikation: Holland in Not: Bondscoach Guus Hiddink ist vom Königlich-Niederländischen Fußball- Verband KNVB nach der 0:2-Pleite am Montag auf Island zum Rapport bestellt worden. "Was wir beim letzten Mal (1:2-Niederlage gegen Tschechien, d.Red.) als Zwischenfall angesehen haben, erhält jetzt einen strukturellen Charakter", sagte KNVB-Direktor Bert van Oostveen. Van Oostveen kündigte an, mit Hiddink und dem gesamten Trainerstab sprechen zu wollen: "Wir werden alles analysieren. Das wird schneller und intensiver sein als nach dem Tschechien-Spiel." Nach zwei Niederlagen in drei EM-Qualifikationsspielen schrillen bei Oranje die Alarmglocken. Hiddink hatte nach der Weltmeisterschaft die Nachfolge von Trainer Louis van Gaal beim WM-Dritten angetreten. Nur das Heimspiel gegen Kasachstan wurde mit 3:1 am vergangenen Freitag gewonnen. Mit einer Niederlage im Länderspiel gegen den viermaligen WM-Champion Italien (0:2) in Bari war Hiddink im September in seine zweite Amtszeit als Bondscoach gestartet.

Einen schnellen Rücktritt hatte der 67 Jahre alte Hiddink ausgeschlossen. Sein Vertrag als Bondscoach läuft bis zur EM 2016. Dann soll der langjährige Trainerassistent Danny Blind Cheftrainer werden. In niederländischen Medien wird Hiddinks Rücktritt gefordert. In der Tageszeitung AD sind 80 Prozent der Leser für eine Demission des erfahrenen Fußballlehrers. Auch viele niederländische Ex-Stars, dass Hiddink seinen Job aufgeben soll. Ex-Nationalspieler Ronald de Boer, Zwillingsbruder von Ajax-Trainer Frank, kritisierte Hiddink in einem englischen TV-Programm. "Hiddink hat keinen Plan. Er gibt den Spielern nicht an, welche Richtung er einschlagen will. Für eine Wende kommen noch genug Spiele, aber Oranje steht dabei richtig unter Druck. Mit allem Respekt - Hiddink ist jetzt 67 Jahre alt. Es ist mit ihm ein wenig vorbei. Seine Fußballvision ist veraltet", sagte de Boer, der gemeinsam mit seinem Bruder unter Hiddink in der Elftal stand. Ronald Koeman sei der ideale van Gaal-Nachfolger gewesen. Er wisse, wie man mit dieser Spielergeneration umgehen müsse, betonte Ronald de Boer. Auch Aad de Mos, früher Trainer bei Ajax Amsterdam und von Werder Bremen, forderte den Rücktritt Hiddinks. Mit KNVB-Direktor van Oostveen wird ebenfalls in den Medien abgerechnet. Er habe Hiddink als Trainer eingestellt und die jüngeren Kandidaten übergangen.

Bundesliga, Werder Bremen: Willi Lemke will sein Amt als Aufsichtsratschef von Werder Bremen offenbar möglichst schnell und nicht erst in zwei Jahren an Marco Bode übergeben. "Ich hoffe, dass wir Bode dazu überreden können, dass er es vorzeitig macht, also nicht erst 2016, sondern ein bisschen früher", sagte Lemke laut der "Kreiszeitung Syke" (Mittwoch) bei der Veranstaltung "Bremens Spitzen" am Dienstagabend. Zuvor hatten bereits Radio Bremen und der "Weser Kurier" über einen vorzeitigen Rückzug Lemkes berichtet, dessen Amtszeit beim Fußball-Bundesligisten offiziell noch bis 2016 läuft. Der 69-Jährige sprach sich erstmals für Bode als seinen Nachfolger aus. "Es gibt viele Möglichkeiten - eine davon ist stadtbekannt: Marco Bode. Er vertritt Werder Bremen fantastisch", sagte Lemke. Der frühere Nationalspieler Bode gehört seit zwei Jahren dem Aufsichtsrat an. Der 45-Jährige genießt als langjähriger Werder-Profi in der Hansestadt ein hohes Ansehen. Lemke hatte am Montag den Verzicht auf eine weitere Kandidatur erklärt.

Tennis, Luxemburg: Tennisspielerin Annika Beck hat beim WTA-Turnier in Luxemburg überraschend das Viertelfinale erreicht. Die 20-Jährige aus Bonn gewann gegen die an Position sechs gesetzte Italienerin Roberta Vinci 7:5, 6:0 und trifft nun auf Patricia Mayr-Achleitner (Österreich). Für Beck ist es nach Shenzhen/China und 's-Hertogenbosch/Niederlande das dritte Viertelfinale der Saison. Zuletzt hatte sie vier Erstrunden-Niederlagen nacheinander kassiert.

FC Bayern, Papst: Nach dem Champions-League-Spiel in Rom erhält das Team des FC Bayern in der kommenden Woche eine Audienz bei Papst Franziskus. Wie der deutsche Rekordmeister bekanntgab, empfängt der fußballbegeisterte Pontifex die Münchner am kommenden Mittwochvormittag im Vatikan zu einer Privataudienz. Das Team von Trainer Pep Guardiola bestreitet am Abend zuvor seine dritte Vorrundenpartie in der europäischen Königsklasse beim AS Rom.

Basketball, TV-Vertrag: Das Finale um den deutschen Basketball-Pokal wird im kommenden Jahr live im ZDF übertragen. Das teilte die Basketball-Bundesliga mit. Aus diesem Grund wird das Final-Four-Turnier vom 5./6. April um eine Woche auf den 11./12. April 2015 verlegt. Demnach einigten sich die Deutsche Telekom und die öffentlich-rechtlichen Sender über ein Rechtepaket für die Spielzeiten 2014/2015 und 2015/16. Die Telekom zeigt bereits erstmals alle Begegnungen der Basketball-Bundesliga live über ihr TV-Angebot Entertain sowie über PC, Tablet und Smartphone. In den Sport- und Nachrichtensendungen von ARD, ZDF und den Dritten Programmen sollen zudem Zusammenfassungen gezeigt werden. Über finanzielle Details machten beide Parteien keine Angaben.

Eishockey, NHL: Eishockey-Talent Leon Draisaitl hat auch sein drittes NHL-Spiel mit den Edmonton Oilers verloren und erlebt mit dem ehemaligen Stanley-Cup-Sieger dessen schlechtesten Saisonstart seit 1995. Die Oilers kassierten am Dienstag (Ortszeit) eine 1:6-Pleite bei Meister Los Angeles Kings und sind damit erstmals seit 19 Jahren nach den ersten drei Partien noch sieglos. Der 18-jährige Draisaitl kam 14:22 Minuten zum Einsatz, der Mittelstürmer gewann dabei aber nur elf Prozent seiner Bullys und stand bei drei Gegentoren auf dem Eis. Matt Hendricks gelang erst 21 Sekunden vor Schluss der Ehrentreffer für die Gäste, die sogar sechsmal häufiger auf das Tor schossen als die Kings. Deren Torhüter Jonathan Quick parierte 31 Schüsse, Tanner Pearson schoss zwei Tore und gab eine Vorlage, seine Sturmkollegen Jeff Carter und Tyler Toffoli steuerten je einen Treffer und eine Vorlage bei.

EM-Qualifikation, U21: Die deutschen U21-Fußballer haben souverän das EM-Ticket gelöst und fahren im nächsten Sommer zur Endrunde nach Tschechien. Die DFB-Auswahl gewann nach dem klaren 3:0-Hinspielerfolg im Playoff-Rückspiel am Dienstag gegen die Ukraine spät mit 2:0 (0:0) und qualifizierte sich für die Endrunde in Tschechien, wo das Team zudem die Chance zur Olympia-Teilnahme hat. Vor 5000 Zuschauern im Stadion Essen war die Elf von Trainer Horst Hrubesch zwar die überlegene Mannschaft, kamen aber erst durch Kevin Volland (89. Minute) und Leonardo Bittencourt (90.+1) zum verdienten Sieg. "Es hat lange gedauert, es war zu behäbig, zu langsam. Aber wir haben es so gespielt, dass wir keine Torchance des Gegners zulassen. Am Ende war es dann in Ordnung", bilanzierte Hrubesch bei Eurosport. "Wir haben das Ziel erreicht, das war es, was wir wollten." Damit erreichte das deutsche Junioren-Team zum achten Mal die Runde der besten acht Mannschaften in diesem Jahrgang. Die EM findet vom 17. bis 30. Juni 2015 statt. Die besten drei Teams lösen bei dem Turnier in Tschechien das Ticket für die Olympischen Spiele 2016 in Rio.

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