Trabrennen:Ein Wikinger in Daglfing

23 09 2017 Berlin Deutschland GER Siegerehrung Halva Von Haithabu 3 mit Rudolf Haller gewinn

Guter Tipp? Halva von Haithabu, hier mit Rudi Haller, hat gute Siegchancen beim Hacker-Pschorr-Pokal-

(Foto: Marius Schwarz; imago/imago/Marius Schwarz)

Mit dem Bayern-Pokal findet am Sonntag das wichtigste Rennen des Jahres auf der Trabrennbahn in Daglfing statt. Der Top-Favorit wird von einem Münchner Amateurfahrer herausgefordert.

Von Frederik Kastberg

Den Besitzern von Rennpferden sind bei der Namenswahl ihrer Schützlinge wenig Grenzen gesetzt. Die bis zu 1000 zugelassenen Zuschauer beim Bayern-Pokal auf der Trabrennbahn in Daglfing dürfen sich am Sonntag unter anderem auf die verheißungsvoll klingenden Wunderkind, Troublemaker oder Wirbelwind freuen. Für Sascha Multerer, Rennsekretär des Münchner Trabrenn- und Zuchtvereins (MTZV), sind die Namen eher nebensächlich, wichtiger ist ihm, dass überhaupt wieder Rennen stattfinden - und nun auch wieder vor Zuschauern. Den Renntag hatte der MTZV schließlich als "Fest des Trabrennsports" angekündigt, weil neben dem traditionsreichen Bayern-Pokal auch erstmals ein Rennen der neu gegründeten Trotting Classics Tour (TCT) auf deutschem Boden stattfindet. Multerer hofft, dass ihm das Wetter das Fest nicht vermiesen wird. Davon hänge ab, "wie viele Leute kommen".

Hinter dem Namen Halva von Haithabu versteckt sich derweil kein dänischer Wikinger aus einem beliebten Kinderfilm, der am Sonntag die Kassen der Wettbüros plündern möchte, sondern der Top-Favorit auf den mit 26 250 Euro dotierten Bayern-Pokal. Auch keine schlechte Beute für das neunjährige Pferd, das seiner Besitzerin Gabriele Pohlmann bislang rund 157 000 Euro an Gewinnsumme eingebracht hat. Zwar gilt der Hengst, der von Thorsten Tietz gefahren wird, eher als Spezialist für kürzere Distanzen, allerdings hat er sein Können auch schon über längere Strecken bewiesen. Das Hauptrennen in Daglfing geht über die Langdistanz von 3100 Metern.

Lokalmatador Hiendlmeier hofft bei seinem Heimspiel auf eine Top-Platzierung

Herausgefordert wird der Favorit unter anderem vom Münchner Stefan Hiendlmeier, der mit seiner ebenfalls recht erfolgreichen Stute Desiree Star ins Rennen geht. Aufgrund ihrer hohen Gewinnsummen starten beide Pferde aus dem zweiten Band mit 25 Metern Rückstand zum restlichen Feld. Hiendlmeier, der als Unternehmensberater in München arbeitet und nur wenige Minuten von der Bahn entfernt wohnt, schielt bei seinem Heimspiel auf eine Top-Platzierung. "Die Distanz liegt meiner Stute", sagt er, "es sind zwar sehr starke Gegner, aber das Rennen entspricht ihren Stärken und Fähigkeiten." Ihr letztes Rennen beim Derby-Meeting in Berlin, ebenfalls über die Marathondistanz von 3200 Metern, konnte Desiree Star für sich entscheiden. "Sie ist gut drauf, die Form stimmt."

Multerer muss hoffen, dass im fünften Rennen, dem vierten und letzten zur Daglfinger-Dreijährigen-Offensive, kein schlechtes Omen mit an den Start geht. Dort ist nämlich der Erfolgstrainer Rudi Haller mit einem Pferd gemeldet, das seinem Namen besser nicht alle Ehre machen sollte: Rainmaker.

© SZ/lib
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