Tour de FranceLipowitz fährt aufs Podium – und ins Weiße Trikot

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Florian Lipowitz erreicht als Tagesfünfter das Ziel in Luchon-Superbagnères.
Florian Lipowitz erreicht als Tagesfünfter das Ziel in Luchon-Superbagnères. Marco Bertorello/AFP
  • Florian Lipowitz erreicht als Fünfter das Ziel der bisher schwersten Tour-de-France-Bergetappe und übernimmt den dritten Platz in der Gesamtwertung sowie das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers.
  • Der Tagessieg geht an den Niederländer Thymen Arensman, während Titelverteidiger Tadej Pogacar sein Gelbes Trikot verteidigt und seinen Vorsprung auf Jonas Vingegaard leicht ausbaut.
  • Die nächste Etappe führt durch hügeliges Terrain nach Carcassonne, gefolgt von einem Ruhetag, bevor es zum berüchtigten Mont Ventoux geht.
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Die erstaunliche Serie des deutschen Jungprofis Florian Lipowitz geht weiter: Auch auf der bisher schwersten Bergetappe der diesjährigen Tour hält er mit den Weltbesten mit – und schiebt sich in der Gesamtwertung auf Rang drei.

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Florian Lipowitz trat mit letzter Kraft durch den dichten Nebel der Pyrenäen, dann wartete die Premiere auf dem Tour-Treppchen: Der deutsche Radprofi hat die nächste schwere Bergprüfung der 112. Frankreich-Rundfahrt mit Bravour bestanden und nimmt im Weißen Trikot Kurs auf das Podium in Paris. Der 24-jährige Ulmer knüpfte auf bisher schwersten Etappe der diesjährigen Tour an seine starken Leistungen an und übernahm sowohl den dritten Platz in der Gesamt- wie auch den Spitzenrang in der Nachwuchswertung vom Belgier Remco Evenepoel, der das Rennen entkräftet aufgeben musste.

Der Tagessieg auf der 182,6 Kilometer langen Etappe zwischen Pau und Superbagnères ging an den Niederländer Thymen Arensman (Ineos Grenadiers), der sich als letzter Verbliebener einer Ausreißergruppe rund eine Minute vor den Verfolgern um die Tour-Favoriten Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard behaupten konnte. Nur knapp 15 Sekunden später kam dann auch schon Lipowitz als Tagesfünfter ins Ziel.

13. Etappe der Tour de France
:Happy Lipo

Tadej Pogacar ist auch beim Bergzeitfahren in den Pyrenäen das Maß aller Dinge. Florian Lipowitz wird Tagesvierter, bezwingt den Zeitfahr-Olympiasieger Remco Evenepoel und verkürzt seinen Rückstand zum Gesamtpodium auf sechs Sekunden.

Von Korbinian Eisenberger

Pogacar verzichtete anders als noch am ersten Pyrenäen-Tag auf eine frühe Attacke und beschränkte sich darauf, das Gelbe Trikot souverän zu verteidigen. Der Weltmeister und Titelverteidiger wurde im Tagesklassement Zweiter und baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf Ex-Champion Vingegaard (+4:13 Minuten) minimal aus. Lipowitz (+7:53) liegt mit größerem Abstand dahinter, sein Vorsprung auf den Briten Oscar Onley (+9:18) aber ist recht komfortabel.

Die Schindereien des Tages begannen bei Kilometer 70 auf dem Weg hinauf zum Tourmalet. Der Anstieg auf den 2115 Meter hohen und am Samstag wolkenverhangenen Pass, der so oft wie kein anderer in der Geschichte der Frankreich-Rundfahrt erklettert wurde, war für einen prominenten Pedaleur des Pelotons bereits zu viel: Der seit Tagen schwächelnde Evenepoel fiel entkräftet zurück und schlich förmlich den Anstieg hinauf. 100 Kilometer vor dem Ziel hatte er genug und stieg müde vom Rad.

Am Sonntag hügelig, am Montag Ruhetag – und am Dienstag dann der Ventoux

Angeführt von Pogacars Kölner Helfer Nils Politt nahm die restliche Favoritengruppe den ersten Anstieg geschlossen. Die feuchte und nicht ungefährliche Abfahrt überstand sie schadlos. Politt, der schon 2024 am Tourmalet als Helfer geglänzt hatte, führte das kleine Hauptfeld noch über den Aspin (2. Kategorie) und gab erst am Peyresourde (1. Kategorie) das Kommando ab.

Am Schlussanstieg nach Superbagnères – 12,4 Kilometer lang und im späteren Teil mehr als zehn Prozent steil – zeigte Lipowitz seine Stärke. Er hielt mit rundem Tritt und ruhigem Oberkörper lange das Hinterrad von Vingegaard. Als der dänische Mitfavorit 3,5 Kilometer vor dem Ziel attackierte, parierte Lipowitz dies zusammen mit Pogacar. Die beiden Dominatoren zogen anschließend etwas davon, letztlich blieb der Deutsche aber in Schlagdistanz und sicherte seinen dritten Platz in der Gesamtwertung.

Am Sonntag kehrt die Tour dem Hochgebirge vorerst den Rücken. Im Pyrenäen-Vorland geht es auf dem Weg in die alte Festungsstadt Carcassonne über drei gewertete Anstiege, das Profil des Tages begünstigt Fluchtgruppen. Für die Sprinter ist die 15. Etappe mit 2305 Höhenmetern zu schwer. Am Montag ist der zweite Ruhetag – und danach geht es auf den berüchtigten Mont Ventoux.

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