Tour de FrancePogacar gewinnt schon mal eine Etappe

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Da siegt er mal wieder: Tadej Pogacar (Mitte) feiert.
Da siegt er mal wieder: Tadej Pogacar (Mitte) feiert. Mosa'ab Elshamy/AP/dpa

Titelverteidiger Tadej Pogacar siegt in Rouen im Sprint vor dem Klassiker-Spezialisten und Gesamtführenden Mathieu van der Poel, der Slowene verpasst die Rückkehr ins Gelbe Trikot hauchdünn.

Von Korbinian Eisenberger, Rouen

Die stärksten Fahrer in einer Gruppe am Schlussanstieg. Wem Radsport am Herzen liegt, für den war die Zielankunft der vierten Tour-de-France-Etappe am Dienstagabend ein feiner Happen, eine Art Apéritif auf zwei Rädern, ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen mag.

Am Ende der 174 Kilometer langen Hügeletappe in Nordfrankreich gewann ein in dieser Disziplin erfahrener Mann. Vorjahressieger Tadej Pogacar setzte sich im Finalsprint einer prominent besetzten Spitzengruppe am Schlussanstieg durch, sein 100. Karriereerfolg. Es war der Schluss einer von Hektik und mehreren Stürzen und Fluchtversuchen geprägten Etappe von Amiens nach Rouen. Der Slowene geann knapp vor Klassiker-Spezialist Mathieu van der Poel und schloss wegen der Zeitgutschrift im Gesamtklassement zum Niederländer auf, der allerdings wegen besserer Einzelplatzierungen auch beim ersten Einzelzeitfahren am Mittwoch im Gelben Trikot fahren wird.

„Das Rennen startete sehr aggressiv und explosiv, Tour de France pur“, sagte Pogacar nach seiner Zieleinfahrt in Rouen. „Im Finale war es nur noch Adrenalin unter diesen ganzen Topfahrern. Heute ging es Schlag auf Schlag.“

Fürs deutsche Team Red Bull-Bora-Hansgrohe war der Dienstag hingegen der zweite Rückschlag. Der 24-Jährige umgeschulte Ex-Biathlet Florian Lipowitz und der Slowene Primoz Roglic, einst als Skispringer aktiv, konnten dem hohen Tempo der Besten am letzten Anstieg nicht mehr folgen und hatten mit dem Ausgang der Etappe nichts zu tun. Der Slowene Roglic verlor als Tages-18. 32 Sekunden auf Pogacar, der Baden-Württemberger Lipowitz gar 54 Sekunden. Die hügelige Etappenart mit mehreren kurzen Anstiegen, „liegt mir nicht so“, erklärte Lipowitz während des Ausrollens vor dem Red-Bull-Teamwagen. „Am Ende haben mir einfach die Beine gefehlt, die Spritzigkeit fehlt noch ein bisschen.“

Van der Poel liegt in der Gesamtwertung der 112. Frankreich-Rundfahrt zeitgleich mit Pogacar an der Spitze. Dahinter liegt der zweimalige Toursieger Jonas Vingegaard aus Dänemark nach seinem dritten Platz im Sprint gegen van der Poel und Pogacar auch in der Gesamtwertung auf Rang drei, mit acht Sekunden Rückstand. Der Vorjahresdritte Remco Evenepoel kam ebenfalls in der Spitzengruppe ins Ziel von Rouen, verlor im Schlusssprint allerdings drei Sekunden.

Am Mittwoch kommt es beim Einzelzeitfahren über 33 Kilometer in Caen zum „ersten richtigen Formtest für jeden Fahrer“, wie Pogacar am Dienstagabend noch prophezeite. Favorit auf den Tagessieg ist Doppel-Olympiasieger Evenepoel. „Er ist der beste Zeitfahrer der Welt“, so Pogacar. „Er kann morgen zweifelsohne einige Sekunden zurückgewinnen.“ Der Sieger der vergangenen Saison selbst erklärte, er werde „Vollgas vom Start bis zur Ziellinie geben“. Es könne sich alles schnell wenden. „Morgen ist das Rennen der Wahrheit.“ Nach dem Apéritif folgt nun also das Entrée.

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