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Tour de France:Sam Bennett sprintet zum Etappensieg

Mit Maske und Maskottchen: Etappen-Sieger Sam Bennett

(Foto: AFP)

An der Atlantikküste wird André Greipel starker Sechster. Die deutsche U 21 geht im Kampf um das EM-Ticket gegen Belgien unter.

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Tour de France, 10. Etappe: Der irische Radprofi Sam Bennett hat die zehnte Etappe der 107. Tour de France gewonnen. Der 29-Jährige vom Team Deceuninck-Quick Step setzte sich nach 168,5 km zwischen Chateau-d'Oleron und Saint-Martin-de-Re an der Atlantikküste im Sprint vor Caleb Ewan (Australien/Lotto-Soudal) und Peter Sagan (Slowakei/Bora-hansgrohe) durch. Bester Deutscher wurde Andre Greipel (Rostock/Israel Start-up Nation) als guter Sechster.

Bennett übernahm mit seinem ersten Tour-Etappensieg auch die Führung in der Punktwertung und löste Sagan als Träger des Grünen Trikots ab. Das Gelbe Trikot des Gesamtführenden ist weiter auf den Schultern des Slowenen Primoz Roglic (Jumbo-Visma). 166 Fahrer nahmen die zehnte Etappe in Angriff, nachdem alle am Montag genommenen Corona-Tests negativ ausgefallen waren.

Fußball, U21: Die deutschen U21-Fußballer haben im Kampf ums erhoffte EM-Ticket einen herben Rückschlag erlitten. Das Team von Trainer Stefan Kuntz verlor die wichtige Qualifikationspartie in Belgien am Dienstag mit 1:4 (1:1) und stürzte dadurch von der Tabellenspitze der Gruppe 9. Mike Ndayishimiye (19., 60./Foulelfmeter) per Doppelpack, Charles De Ketelaere (51.) und Lois Openda (76.) trafen beim Geisterspiel in Löwen für die Gastgeber. Für die DFB-Elf, die nach einer Roten Karte gegen Amos Pieper (18.) lange in Unterzahl auskommen musste, erzielte Lukas Nmecha (31./Foulelfmeter) den zwischenzeitlichen Ausgleich.

Schon das Hinspiel gegen Belgien Mitte November in Freiburg hatte das DFB-Team mit 2:3 verloren. Neben den neun Gruppensiegern fahren zwar auch die fünf besten Zweiten zur zweigeteilten EM-Endrunde im kommenden Jahr in Ungarn und Slowenien. Nach der zweiten Niederlage im fünften Spiel dieser Qualifikation könnte der deutsche Nachwuchs aber auch erstmals seit 2011 eine EM verpassen.

Schach, Kandidatenturnier: Das im März zur Hälfte unterbrochene Kandidatenturnier der Schach-WM wird am 1. November fortgesetzt. Der Weltschachbund Fide hält vorläufig an Jekaterinburg als Austragungsort fest, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heißt. Wenn wegen der Corona-Pandemie für mindestens einen der aus China, Frankreich, der Niederlande und den USA anreisenden WM-Kandidaten Reisebeschränkungen nach Russland gelten sollten, ist die georgische Hauptstadt Tiflis als Ersatz vorgesehen.

Vor den ausstehenden sieben Runden, in denen jeder Teilnehmer nochmal auf jeden trifft, führen der Franzose Maxime Vachier-Lagrave und der Russe Jan Nepomnjaschtschi das Feld mit je 4,5 Punkten an. Der Sieger soll 2021 in Dubai in einem WM-Kampf über 14 Partien Titelverteidiger Magnus Carlsen aus Norwegen herausfordern.

Formel 2: Mick Schumacher hat in der Formel 2 seinen ersten Saisonsieg gefeiert und ist mittendrin im Titelkampf. Im Hauptrennen von Monza triumphierte der 21 Jahre alte Prema-Fahrer am Samstag nicht zuletzt dank eines perfekten Starts. Es ist Schumachers zweiter Sieg im Unterbau der Formel 1 nach dem Erfolg im Sprintrennen von Budapest 2019. Mit tränenerstickter Stimme suchte Schumacher am Boxenfunk nach Worten - es misslang, nur ein "Grazie" brachte er gerade so heraus. Auch Minuten später im Parc ferme war Schumacher immer noch überwältigt. "Es fühlt sich großartig an", sagte der Prema-Fahrer: "Ich bin sehr glücklich, hier zu stehen. Ich will das erstmal genießen."

In der Meisterschaft verbesserte sich der Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister und Ferrari-Legende Michael Schumacher durch seinen siebten Podestplatz der Saison mit 131 Punkten auf Rang drei. Sein russischer Teamkollege Robert Schwarzman und der Brite Callum Ilott (Uni-Virtuosi Racing) sind nur noch drei Zähler voraus.

Formel 1, Monza: Mercedes-Pilot Lewis Hamilton hat sich auch die Pole Position für das Formel-1-Heimspiel von Ferrari in Monza geholt. Der britische WM-Spitzenreiter verwies am Samstag mit dem Streckenrekord von 1:18,887 Minuten seinen Teamkollegen Valtteri Bottas auf den zweiten Platz. Für Hamilton war es bereits die sechste Pole dieser Saison und die 94. seiner Karriere. Dritter im Autodromo Nazionale di Monza wurde der überraschend starke Carlos Sainz im McLaren. Sebastian Vettel war in der Qualifikation nur 17. geworden, sein Ferrari-Stallrivale Charles Leclerc auch nur 13.

Triathlon: Triathletin Laura Lindemann hat bei der Sprint-WM in Hamburg Platz drei belegt. Die viermalige deutsche Meisterin aus Potsdam musste sich nach 750 Metern Schwimmen, 18,9 km Radfahren und fünf Kilometern Laufen nur der Britin Georgia Taylor-Brown und Flora Duffy (Bermuda) geschlagen geben.

"Ich bin echt froh, dass eine Medaille rausgekommen ist. Das Rennen war echt hart", sagte Lindemann in der ARD. Die 24-Jährige hatte beim Wechsel vom Rad auf die Laufstrecke Probleme beim Anziehen des linken Schuhs und ging lediglich als Elfte auf die Strecke. "Ich war richtig sauer in dem Moment, meine Hände waren so kalt und meine Füße auch, da habe ich noch ein paar Sekunden verloren", so Lindemann, die am Sonntag noch in der Mixed-Team-WM (13.30/ZDF) antritt. Mit einer couragierten Leistung arbeitete sich die 24-Jährige auf den fünf Kilometern dann Stück für Stück nach vorn, konnte die bereits früh enteilten Taylor-Brown und Duffy aber nicht mehr einholen.

Bei den Männern hatte zuvor der Franzose Vincent Luis erneut den Titel gewonnen. Der 31-Jährige setzte sich auf der Sprint-Distanz in 49:13 Minuten vor dem Portugiesen Vasco Vilaca und Leo Bergere (Frankreich) durch. Bester Deutscher war Lasse Lührs (49:51/Potsdam) auf dem zwölften Rang. Aufgrund der Coronapandemie finden die Wettkämpfe ohne Zuschauer statt, die Weltmeister werden in einem einzigen Durchgang gekürt.

© SZ.de/dpa/sid/ska
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