Doping im Radsport:Manche Teams sind irritiert

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Als sich Ende des Vorjahres der Wechsel anbahnte, sagte CADF-Boss Rune Andersen der Zeitung Le Monde, er sei von der UCI gedrängt worden, Details zur Aderlass-Affäre weiterzugeben. Überhaupt habe Lappartient seit seinem Amtsantritt 2017 "wiederholt um Macht über dieses oder jenes gebeten, und ich habe immer nein gesagt. Ich denke, das hat ihn überrascht, und er war darüber unglücklich. Seitdem ist diese kleine Musik der ITA als verschleierte Bedrohung immer lauter zu hören."

Lappartient wies diesen Vorwurf zurück. Er habe nie in die Arbeit der CADF interveniert, aber er sei interessiert daran, was sie tue. "Wenn ich in der Presse erfahre, was passiert, dann ist das ein Problem. Die CADF hatte vergessen, dass sie einen Kunden namens UCI hat."

Bei manchen in der Rad-Szene kommt der Wechsel nicht gut an. Im Kampf um ein besseres Image für ihren chronisch verseuchten Sport verwiesen sie gerne auf die CADF. Insbesondere manche Teams sind irritiert: Sie stemmen zwei Drittel des Anti-Doping-Budgets, das insgesamt 6,5 Millionen Franken beträgt. Die 19 World-Tour-Teams müssens je 135 000 Franken zahlen, jeder Zweitligist 90 000.

Vor allem Richard Plugge, Chef des Jumbo-Teams um Tour-Favorit Primoz Roglic, gab sich verärgert. Leider hätten IOC und Welt-Anti-Doping-Agentur den Rad-Weltverband aufgefordert, von einem der robustesten Anti-Doping-Programme zur ITA zu wechseln, ätzte er: "Es wird eine große Herausforderung sein, beim Übergang die gleiche Qualität beizubehalten." Bora-Chef Ralph Denk erklärt, dass die Teams an der Entscheidung nicht beteiligt gewesen seien - und man jetzt einmal abwarten müsse, wie es konkret weitergehe.

Auch abseits des Pelotons wird der Wechsel bedauert. "Ich finde es persönlich schade, dass eine Organisation wie die CADF, die sich eine gute Reputation erarbeitet und im Radsport bewährt hat, nicht mehr existiert", findet Jorge Leyva, der Geschäftsführer der Inado, in der sich die führenden nationalen Anti-Doping-Agenturen zusammengeschlossen haben. Aber die ITA könne durch eine Konzentration beim Testen auch Vorteile bringen.

Die ITA soll, so heißt es jetzt, eine eigene Einheit für den Radsport aufbauen. Darin könnten auch Mitarbeiter der CADF unterkommen. Doch entscheidend ist in diesen Organisationen ja, wie unabhängig sie agieren können und wie sich die Hausspitze positioniert. Und das deutet derzeit nicht gerade auf Verbesserungen im Anti-Doping-Kampf im Radsport hin.

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