Radsport:Tadej Pogacar gewinnt die Tour de France

Radsport: Der Dominator: Tadej Pogacar gewinnt die Tour.

Der Dominator: Tadej Pogacar gewinnt die Tour.

(Foto: Daniel Cole/AP)

Der Slowene siegt bei der Frankreich-Rundfahrt mit mehr als fünf Minuten Vorsprung . Den Tagessieg auf den Champs Élysées holt sich Wout van Aert.

Tadej Pogacar erfüllte im Gelben Trikot sogar Autogrammwünsche der Kollegen, Mark Cavendish ärgerte sich über den verpassten alleinigen Etappenrekord, André Greipel beendete seine Tour-Karriere am Ort seiner beiden größten Erfolge: Mit einem historischen Gesamtsieg und vielen Emotionen ist die 108. Tour de France zu Ende gegangen.

Bevor Pogacar als jüngster Zweifach-Champion der Tour-Geschichte auf dem Podium in der Pariser Abendsonne alle überstrahlte, rasten die Sprinter ein letztes Mal ins Rampenlicht. Dabei verpasste Cavendish Denkwürdiges. Der Brite vom Team Deceuninck-Quick Step wurde hinter den Belgiern Wout Van Aert (Jumbo-Visma) und Jasper Philipsen (Alpecin-Fenix) Dritter. Mit einem Sieg wäre der 36-Jährige zum alleinigen Rekord-Etappensieger aufgestiegen. Den Bestwert teilt er sich nun weiter mit Belgiens Rad-Ikone Eddy Merckx (beide 34 Siege). Der 39-jährige Greipel beendete seine Tour-Laufbahn mit einem starken fünften Platz.

Pogacar rollte dahinter locker und als überlegener Gesamtsieger über die Ziellinie. Der junge Profi des Teams UAE Emirates attackierte in den Alpen, überwand eine minimale Schwäche am Mont Ventoux und ließ in der Hitze der Pyrenäen nichts mehr anbrennen. Zudem blieb Pogacar - anders als seine im Vorfeld hoch gehandelten Rivalen Geraint Thomas und Primoz Roglic - von schweren Stürzen verschont.

"Es ist unglaublich. Ich habe mir das nicht erträumt. Ich genieße den Moment", sagte Pogacar vor seiner "Tour d'Honneur", dem letzten Tagesabschnitt in Frankreichs Hauptstadt. Das Maillot jaune wurde dabei traditionell nicht mehr attackiert. Pogacar posierte erst mit seinen Teamkollegen für die Kameras, dann fuhr er an der Seite der weiteren slowenischen Fahrer. Dabei hielten Pogacar sowie der zweimalige Etappensieger Matej Mohoric die Startnummer "11" des in den Alpen ausgestiegenen Roglic in die Höhe.

André Greipel beendet mit 39 Jahren seine Karriere

Im vorentscheidenden Einzelzeitfahren am Samstag war Pogacars Gesamtsieg nicht mehr in Gefahr geraten. Ihm genügte auf den 30,8 km nach Saint-Emilion eine Fahrt ohne volles Risiko. Pogacar wurde beim Tageserfolg von Allrounder van Aert, der auch die Bergetappe am Mont Ventoux gewonnen hatte, Achter und verteidigte seinen Vorsprung damit ohne Mühe. Den Erfolg kostete Pogacar nach drei Wochen strenger Tour-Diät mit einer Portion Fastfood aus. In einem Schnellrestaurant orderte er zahlreiche Pommes, Burger und Getränke.

Den Gang auf das Podest in Paris hatte sich auch Cavendish mit seinem zweiten Gewinn des Grünen Trikots verdient. Dass er am Sonntag am alleinigen Etappenrekord vorbeiraste, änderte nichts an einer für ihn erfolgreichen Großen Schleife. Cavendish kam bei dieser Tour auf vier Etappensiege.

Am Sonntag geschah auf den letzten der insgesamt 3414,4 Tour-Kilometer zunächst wenig. Als die verbliebenen 147 Fahrer Paris erreichten, war das Rennen um den Sprintsieg eröffnet. Auf dem abschließenden Rundkurs parierten die Sprinterteams zunächst vereinzelte Ausreißerversuche, ehe es zum erwarteten Massensprint kam. Dort mischte auch Greipel noch einmal mit. Mit insgesamt elf Etappensiegen seit 2011 ist Greipel der zweiterfolgreichste Deutsche beim größten Radrennen der Welt.

Ein weiterer wird nicht hinzukommen. Der 39-Jährige, der 2015 und 2016 auf dem Paris Prachtboulevard triumphiert hatte, beendet am Saisonende seine Karriere. "Ich habe immer gesagt, wenn ich 40 bin, möchte ich nicht mehr auf dem Rad sitzen", erklärte Greipel seinen Schritt, den er schon vor Monaten gefasst, und schließlich einen Tag vor dem Ende der Tour de France öffentlich gemacht hatte.

© SZ/dpa/ebc/jkn
Zur SZ-Startseite

SZ PlusInterview mit Dopingjäger
:"Genau dasselbe hat man bei Armstrong gesagt"

Der renommierte Dopingjäger Antoine Vayer spricht über seine massiven Zweifel an Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar. Er sagt, was für ihn ein "Mutant" ist - und warum er glaubt, dass 90 Prozent des Pelotons mittlerweile sauber sind.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB