Es gehört einiges dazu, um sich am Col du Galibier, am Col du Télégraphe oder in Alpe d’Huez mit einem Campingwagen in einer Kehre zu platzieren. Das Ganze verlangt gute Planung, nicht wenig Zeit und mindestens ein geländegängiges Gefährt. Solarzellen zur Stromversorgung helfen, ein gut gefüllter Kühlschrank ist zuträglich, ein Grillgerät trägt zur Lebensqualität bei. Wer einmal oben ist, wird alsbald den Reiz der Tour de France erfassen. Denn spätestens jetzt, mit einer Bratwurst auf dem Pappteller, erschließt sich der Charme von all dem, was es hier nicht braucht: Hotelbuchung, Kulturprogramm, Abendgarderobe? Alles verzichtbar. Und vor allem: Niemand braucht hier eine Eintrittskarte.
MeinungRadsportBei der Tour de France erlebt der Fan noch Anarchie und Freiheit
Kommentar von Korbinian Eisenberger, Alpe d’Huez/Paris
Lesezeit: 2 Min.

Ekstase in Alpe d’Huez: Auf den 21 Kehren von Le Bourg d’Oisans hinauf zum Skiressort spielen sich während der Tour de France traditionell Szenen ab, wie man sie anderswo kaum finden wird.
Jeff Pachoud/AFPVeranstalter von Großevents versuchen nicht selten, den größtmöglichen Profit herauszuschlagen. Die Tour de France geht einen anderen Weg – und das Publikum nutzt die Gelegenheit.
