Die Tour de France Femmes startet in ihre fünfte Ausgabe – erstmals mit einem Grand Départ in der Schweiz. Neun Etappen, 1175 Kilometer und fast 19 000 Höhenmeter warten auf das Peloton. Ein Höhepunkt wird für die Radprofis um die deutsche Roubaix-Siegerin Franziska Koch die Bergankunft am legendären Mont Ventoux.
Vom 1. bis 9. August führt die Tour de France Femmes über neun Etappen von Lausanne nach Nizza. Nach dem Start in der Schweiz rollt das Feld auf der dritten Etappe nach Frankreich. Auf dem Programm stehen insgesamt drei Flachetappen, drei hügelige Abschnitte, zwei Bergetappen sowie ein Einzelzeitfahren über 21 Kilometer. Mit 1175 Kilometern und 18 795 Höhenmetern ist es die längste und anspruchsvollste Austragung seit der Neuauflage im Jahr 2022.
Das Einzelzeitfahren nach Dijon auf der 4. Etappe dürfte erstmals größere Abstände zwischen den Top-Favoritinnen im Gesamtklassement schaffen. Als Schlüsselabschnitt gilt jedoch die 7. Etappe mit der ersten Bergankunft am legendären Mont Ventoux in der Geschichte der Tour de France Femmes. Die 8. und längste Etappe nach Nizza sowie das anspruchsvolle Finale rund um den Col d'Èze bieten weitere Angriffsmöglichkeiten für die Klassementfahrerinnen. Reine Kletterinnen, Zeitfahrspezialistinnen und Allrounderinnen – sie alle wittern ihre Chance auf das Gelbe Trikot.
Franziska Koch als vielversprechend deutsche Rundfahrerin
Aus deutscher Sicht sticht Franziska Koch hervor. Die deutsche Meisterin fährt eine starke Saison, gewann im Frühjahr den Prestigeklassiker Paris-Roubaix, fuhr im Mai mehrere Top-10-Platzierungen bei der Vuelta in Spanien ein und trug zwei Tage das Rote Trikot der Gesamtführenden. Die 23-jährige Antonia Niedermaier reist nach dem zweiten Gesamtrang beim Giro mit großem Selbstvertrauen zu ihrem Tour-Debüt und hat das Potenzial für eine Top-Platzierung. Niedermaier soll beim deutschen Team Canyon SRAM aber in erster Linie Helferdienste für Ex-Siegerin Katarzyna Niewiadoma-Phinney verrichten. Liane Lippert hofft auf Einzelerfolge.
Titelverteidigerin Pauline Ferrand-Prévot, Ex-Siegerin Demi Vollering oder Katarzyna Niewiadoma-Phinney - erneut steht ein hochkarätiges Feld am Start. Auch Fahrerinnen wie Ex-Weltmeisterin Lotte Kopecky, Vuelta-Siegerin Paula Blasi, die wiedererstarkte Marlen Reusser oder Urska Zigart, Lebensgefährtin des fünfmaligen Tour-Siegers Tadej Pogacar, wollen für Furore sorgen.
Neben dem prestigeträchtigen Gelben Trikot geht es auch um ein Preisgeld von insgesamt 250 000 Euro. Die Siegerin der Gesamtwertung erhält 50 000 Euro. Damit zählt die Tour de France Femmes zwar zu den bestdotierten Rennen im Frauenradsport, der Unterschied zur Männer-Tour bleibt jedoch groß: Dort kassiert der Gesamtsieger 500 000 Euro – also das Zehnfache.

