Eigentlich ist Floorball besonders beliebt beim TSV Geiselbullach, einem Stadtteil von Olching. Aktuell überlegen sie auch, eine Cricket-Abteilung zu gründen. Von sich reden machen aber zurzeit die Fußballer. Erste und zweite Mannschaft feierten im Mai einen Doppelaufstieg, allerdings verlor der Bezirksliga-Neuling kürzlich das Derby beim SC Olching 0:5. Und im Toto-Pokal zog der Verein zwar nicht das große Los, aber er bekam eine einmalige Partie sozusagen geschenkt: gegen den TSV 1860 München. Denn eigentlich hatte er in der ersten Runde 1:8 gegen den TSV Buchbach verloren, der Regionalligist hatte allerdings einen rotgesperrten Spieler eingesetzt.
Laut Regelwerk darf sich der niedrigstklassige Verein den Gegner in Runde zwei aussuchen, die Wahl war schnell auf die Löwen gefallen. 1750 Karten durften sie für das enge Areal verkaufen, laut TSV-Präsident Mark-Immo Halscheidt hätte es locker das Doppelte sein können. Das Gelände wird großräumig abgeriegelt. Für Sechzig-Fans, die öffentlich anreisen, liegt praktischerweise der Daxerhof, eine offizielle 1860-Fankneipe, direkt auf dem Weg. „Olching ist blau, durch die Historie bedingt“, sagt auch Halscheidt. Der Sechzig-Stürmer und kurzzeitige Nationalspieler Rudolf Brunnenmeier ist hier geboren, viele im Verein sind überzeugte Löwen, und der Großvater des TSV-Goalgetters Lukas Bründl spielte einst auch in Weiß-Blau.
Der große Favorit kündigte nach dem Sieg gegen Osnabrück bereits an, viele Stammspieler zu schonen, trotzdem dürften die Rollen klar verteilt sein. TSV-Spielertrainer Stefan Held prophezeite, dass der Weg der Sechziger im Toto-Pokal wohl nicht in Geiselbullach enden wird.
