Manuel Neuer hat vor den beiden WM-Qualifikationsspielen gegen Österreich (Freitag) und die Färöer (Dienstag) einen großen Wunsch: "Mir persönlich wären null Gegentore sehr wichtig", sagt der deutsche Nationaltorwart im Interview mit der Süddeutschen Zeitung (Donnerstag-Ausgabe).
Der Torwart nimmt Stellung zur aktuellen Problemzone der Mannschaft, die in den vergangenen drei Länderspielen gegen Paraguay, die USA und Ecuador neun Gegentore kassierte und seit dem 4:4 gegen Schweden im vorigen Oktober in der Defensive verunsichert wirkt. "Das Problem ist, dass wir seit dem Schweden-Spiel nicht mehr richtig Zeit hatten, dagegen anzugehen", sagt Neuer und verweist auf den kuriosen Terminkalender. "Es gab im ersten Halbjahr 2013 zwei Qualifikationsspiele gegen Kasachstan, dann kam die USA-Reise, bei der die meisten Stammspieler gefehlt haben, und dann kam das Paraguay-Spiel, bei dem viele von uns nach fast einem halben Jahr Pause zum ersten Mal wieder zur Nationalmannschaft gekommen sind. Erst jetzt haben wir wieder mal zehn Tage Zeit, um an der Defensive zu arbeiten."

Nationalmannschaft vor Österreich-Spiel:Kompaktheit ist das Wort der Woche
Lars Bender? Sven Bender? Oder doch noch einmal das Wagnis mit Toni Kroos? Bundestrainer Joachim Löw fahndet nach einem Partner für Sami Khedira auf der Sechser-Position. Von einer Rückbesinnung auf die Defensive will der Freund des Angriffsspektakels jedoch auch nach den zuletzt eher schwachen Spielen nichts wissen.
Neuer gibt sich zuversichtlich, dass sich die Defensivprobleme bei entsprechender Vorbereitung beheben lassen. "Wir brauchen einfach das gemeinsame Training, wir brauchen eine gemeinsame Analyse. Wenn wir Zeit zusammen verbringen, dann können wir's auch."
Die gemeinsamen Übungseinheiten hält Neuer auch deshalb für so bedeutend, weil die Spieler aus ihren Vereinen unterschiedliche Defensivphilosophien gewöhnt sind. "Die einen spielen auf Abseits, die anderen hängen hinten drin, wieder andere greifen weit vorne an", sagt Neuer. "Wenn wir länger nicht bei der Nationalmannschaft waren, müssen wir die gemeinsame Sprache erst wieder lernen." Das gilt erst recht, seit die Münchner Nationalspieler von Pep Guardiola trainiert werden, dessen Defensivansatz sich von dem des Dortmunder Kollegen Jürgen Klopp deutlich unterscheidet.
Neuer nutzt aber auch die Gelegenheit, um einen kleinen Gruß an die Offensivspieler zu senden. "Natürlich müssen wir das auch jenen Spielern vermitteln, die beim Verteidigen vielleicht manchmal nicht mitmachen", sagt er. Schon tags zuvor hatte Mittelfeldspieler Sami Khedira streng gemahnt, dass "auch jeder Offensivspieler" am Defensivspiel teilnehmen müsse. "Da hat Sami recht", sagt Neuer, das Ziel müsse immer sein, "dass hier alle gemeinsam verteidigen".

DFB und Michael Ballack:Blumen für den Capitano
Besonderes Zeichen nach Jahren der Nicht-Kommunikation: Vor dem WM-Qualifikationsspiel in München gegen Österreich erhält Michael Ballack nun doch eine offizielle Verabschiedung durch den DFB. Auch Philipp Lahm und Jupp Heynckes werden geehrt.
Das komplette Interview mit Manuel Neuer lesen Sie in der Ausgabe vom 5.9. der SZ und in der Digitalen Ausgabe.
