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Topnews:Südafrika begrüßt die Welt - Ehren für Blatter

Pretoria (dpa) - Südafrika hat wenige Tage vor dem Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft die Welt willkommen geheißen und zugleich FIFA-Präsident Joseph Blatter höchste Ehren versprochen.

Der nach einem Freiheitshelden benannte "Order of the Companions of OR Tambo" werde Blatter am 7. Juni verliehen, erklärte der südafrikanische Präsident Jacob Zuma in Pretoria. "Als Afro-Pessimisten und andere auf dem Weg zur WM Zweifel an bestimmten Dingen äußerten, hat er durchgehend sein Vertrauen in unsere Fähigkeit zur Ausrichtung eines erfolgreichen Großereignisses ausgedrückt, sagte Zuma auf einer internationalen Pressekonferenz.

Das Land stehe nun bereit und sei mit Stolz erfüllt. "Derartigen Enthusiasmus und freudige Erwartung, die die ganze Nation in den vergangenen Tagen erfasst haben, hat es nicht mehr gegeben, seit Präsident (Nelson) Mandela aus der (Apartheid-)Haft entlassen worden ist", betonte Zuma. Der Kap-Staat werde nach der WM nicht mehr der gleiche sein wie zuvor. Die südafrikanische Flagge sei auf der Einkaufsliste der Südafrikaner mittlerweile der beliebteste Gegenstand: "Das ist für den Aufbau einer Nation positiv - die Explosion des Nationalstolzes ist ein preisloser Effekt der WM."

Die Frage, ob Nelson Mandela an der Eröffnung wirklich teilnehme, sei nur von ihm zu beantworten. Der 91-Jährige habe aber sein Interesse bekundet, sagte Zuma. Seine Partei, der regierende ANC, hatte zuvor erklärt, Mandela werde bei der Eröffnung am 11. Juni im Soccer City-Stadion auf jeden Fall dabei sein. Zuma würdigte erneut den großen Anteil des Friedens-Nobelpreisträgers beim erfolgreichen Versuch, Afrika die erste Fußball-WM zu sichern.

Nun sei es Realität. Zuma: "Für uns hat die WM bereits begonnen. Unser Nationalteam Bafana Bafana steht und zeigt Kampfgeist - wir haben Guatemala vergangene Woche und Dänemark gestern geschlagen - das ist ein gutes Omen für die Dinge, die da noch kommen können!"

Blatter betonte in seiner leidenschaftliche Rede über die Bedeutung des Fußballs, dass dieses nun eine WM sei, die von Afrikanern in Afrika organisiert worden sei. Es habe lange gedauert. Der FIFA-Boss erklärte: "Ich bin heute ein glücklicher Mann."

Wichtig seien aber auch die Begleitprogramme, die den Fußball- Nachwuchs auf dem Kontinent fördern sollen. Zuma hatte zuvor für den 7. Juli in Kapstadt ein Spitzentreffen für die "1Goal"-Bildungskampagne angekündigt, die bei erfolgreicher Umsetzung als WM-Nebenprojekt 72 Millionen afrikanischen Kindern den Grundschulbesuch ermöglichen soll. Es werde die wichtigste WM-Hinterlassenschaft sein. Zu den Unterstützern der Kampagne gehören unter anderem Künstler wie Shakira oder Jordaniens Königin Rania.

Neben zahlreichen illustren Gästen aus aller Welt stehe zur WM auch der Staatsbesuch von Brasiliens Präsident Lula da Silvia (vom 9. bis 10. Juli) sowie seines mexikanischen Kollegen Felipe Calderon an, der am 11. Juni an der WM-Eröffnung teilnimmt.

Im Auftaktspiel wird Gastgeber Südafrika auf Mexiko treffen. Zuma betonte, Calderons Besuch gelte auch der Intensivierung bilateraler Beziehungen. "Selbstverständlich", scherzte Zuma, "werden wir dann bei unseren Gesprächen aus naheliegenden Gründen das Thema Fußball ausklammern!"