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Topnews:Spaniens Lage vor WM-Start: Iniesta si, Torres no

Potchefstroom (dpa) - Iniesta si, Torres no: Drei Tage vor dem WM- Start ist bei Spaniens prominenten, lange angeschlagenen Wackelkandidaten die Lage ziemlich klar.

"Ich glaube, dass Andrés Iniesta gegen die Schweiz spielen kann", sagte Nationaltrainer Vicente del Bosque vor der ersten WM-Gruppenpartie des Titelkandidaten gegen die Eidgenossen erleichtert und erfreut. Dagegen sieht es für Stürmer-Star Fernando Torres schlecht aus. "Ich glaube nicht, dass er bei der ersten Partie mitwirken kann, aber noch ist das nicht endgültig entschieden", teilte der Coach dem spanischen Fernsehsender "telecinco" mit.

Sorgenkind Iniesta trainierte bei frühlingshaften Temperaturen auf dem Sportplatz der Noordwes Universiteit in Potchefstroom erstmals seit seiner Muskelverletzung vor fünf Tagen wieder teilweise mit der Mannschaft. Nachdem er einige Minuten mit dem Ball jongliert hatte, sah er seinen Kollegen von der Bank aus interessiert beim Trainingskick zu. Der 26 Jahre alte Mittelfeldmann des FC Barcelona musste beim 6:0-Schützenfest gegen Polen im letzten WM-Test nach 39 Minuten ausgewechselt werden. Iniesta war schon zuvor wochenlang wegen Muskelproblemen ausgefallen und hatte am 29. Mai gegen Saudi-Arabien erstmals wieder gespielt.

Torjäger Torres tastet sich nach seiner Meniskusoperation im April wieder langsam an das Team heran. Er kam gegen Polen nach acht Wochen Pause erstmals wieder zum Zug. Del Bosque hatte mehrfach betont, dass er im Fall des Schlüsselspielers vom FC Liverpool "kein Risiko eingehen" wolle. Vieles spricht dafür, dass gegen die Schweiz EM- Torschützenkönig David Villa einzige echte Spitze bei der "selección" sein wird.

Auf jeden Fall gewannen die beiden Sorgenkinder große Sympathien bei den zahlreichen Fans, die das Training hautnah auf einer Tribüne lautstark und spanische Fähnchen schwenkend verfolgten. Vor allem Mädchenschwarm Torres und Iniesta unterschrieben danach unter großem Gekreische der begeisterten Anhänger geduldig Trikots, Posters und Bälle. Der Rest der "Roja" verschwand dagegen schnell durch den provisorischen Tunnel.

Indes gilt die ganze Konzentration des Mitfavoriten dem Gruppenauftakt. "Jetzt geht es gegen die Schweiz. Gegen wen es im Achtelfinale gehen könnte, ist mir momentan egal", lehnte es del Bosque ab, bereits über die nächste Phase zu sprechen. "Wir haben gemeinsam große Träume." Immerhin versprach der sympathische Schnauzbartträger, im Fall des Titeltriumphes sein Prunkstück nicht abzurasieren.

Cesc Fábregas, der während seiner ersten drei Jahre beim FC Arsenal sich mit dem Schweizer Innenverteidiger Philippe Senderos ein Appartement geteilt hatte, sagte bei der Pressekonferenz: "Wir wissen, dass es gegen die Schweiz schwierig wird. Sie haben sehr gute Spieler und wir brauchen nicht viele Videos anschauen." Der Mittelfeldmann, der nicht zur ersten Elf gehört, bezeichnete sein Team "nicht als Favorit, aber wir sind hungrig auf den Titel". Die Mannschaft müsse so bescheiden und ehrgeizig wie bei der EM auftreten, bei der "uns niemand auf der Rechnung hatte".