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Toni Kroos' Abschied vom FC Bayern:Kroos fühlt sich beim FC Bayern deutlich unterbewertet

Zwischendurch waren die Bayern auch immer wieder enttäuscht von Kroos, er war ihnen zu wenig bajuwarisch, zu wenig Führungsspieler, und sie haben ihm lange nachgetragen, dass er im Champions-League-Finale gegen Chelsea im Elfmeterschießen kniff. Außerdem wolle auch dieser festgeldpralle Klub auf seine Gehaltsstruktur achten, war zuletzt immer wieder zu hören, allerdings haben die Bayern vorher noch den sündhaft teuren Mario Götze verpflichtet - für eine Ablösesumme von 37 Millionen Euro und ein Gehalt, das offenbar weit über dem von Kroos lag. Was Kroos schon deswegen mitbekam, weil er und Götze denselben Berater haben.

Am Ende hat sich Kroos also deutlich unterbewertet gefühlt in diesem Klub - die ganz hohen Herren um Klubchef Karl-Heinz Rummenigge waren offenbar nicht der Meinung, dass Kroos hierarchisch in jene Gehaltsgruppen gehört, in denen er sich gerne gesehen hätte. So endet die Geschichte nun wohl einigermaßen unglücklich: Kroos wird die Bayern zum falschen Zeitpunkt verlassen - gerade jetzt, da der früher gerne etwas temperamentlos wirkende Mittelfeldspieler auf dem besten Weg war, ein bajuwarischer Führungsspieler zu werden.

Lahm/Kroos/Thiago, das sei Pep Guardiolas Wunschkombination für ein Dreier-Mittelfeld, hieß es zuletzt immer aus dem Klub, und so werden sie sich jetzt etwas einfallen lassen müssen, um den Trainer glücklich zu machen.

München sucht sich nach Ersatz bei der WM um

Die Bayern setzen natürlich auf den grandiosen Thiago, sie setzen auch darauf, dass Mario Götze sich irgendwann wieder an seine frühere Form erinnert, und sie setzen auch auf den Mittelfeldspieler Lahm, der künftig noch häufiger in der Zentrale anzutreffen sein wird - dennoch werden sie den Markt verschärft nach Spielern scannen, die das Mittelfeld verstärken können. Zuletzt wurde der neue technische Direktor Michael Reschke beim WM-Spiel Frankreich gegen Nigeria gesichtet.

Womöglich steht in den kommenden Wochen auch noch ein weiterer Abschied bevor, aber das wäre keiner, der Guardiola allzu sehr schmerzt. Noch läuft die Weltmeisterschaft, noch ist der internationale Transfermarkt nicht wirklich in Bewegung gekommen, weshalb Mittelstürmer Mario Mandzukic immer noch Spieler des FC Bayern München ist. Aber auch er wird am Ende wohl gehen - als Kandidat gilt Champions-League-Finalist Atlético Madrid.

© SZ vom 05.07.2014/schma
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