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Tommy Haas im Interview:"Ich weiß, warum ich unbedingt zurück will"

Tommy Haas

Tommy Haas: Hat noch was vor im Tennis

(Foto: dpa)

Tommy Haas arbeitet an einem Comeback. Im SZ-Interview erklärt er, warum er mit 38 Jahren und nach vielen Verletzungen nicht Schluss macht.

Tommy Haas will es noch einmal wissen. Der 38 Jahre alte Tennis-Profi hat seine Absicht bekräftigt, so schnell wie möglich wieder Profi-Turniere zu bestreiten. "Ich schulde es mir selber, noch einmal gutes Tennis zu spielen", sagte Haas der Süddeutschen Zeitung in einem ausführlichen Interview. Haas war lange der beste deutsche Tennisspieler, im Jahr 2002 glückte ihm der Aufstieg auf Platz zwei der Weltrangliste. Nach einer Operation am rechten Fuß befindet er sich aktuell in einer Rehabilitationsphase. Auf die Frage, ob der Gedanke an ein Comeback nach einem Jahr ohne Center-Court-Auftritt bei ihm ein Kribbeln auslöst, antwortet er: "Absolut. Ich weiß genau, warum ich unbedingt zurück will."

Haas äußert sich in dem Gespräch auch über vertane Chancen - gerade in der Nationalmannschaft, in der er mit Nicolas Kiefer lange eine der Hauptrollen spielte. "Sicher hätten wir auch im Davis Cup mal einen Titel holen können", sagt Haas, "aber der eine war vielleicht mehr Teamspieler als der andere." Unabhängig davon, wie erfolgreich ein mögliches Comeback verläuft - schon jetzt schaut Haas ausgeglichen auf seine Karriere: "Ich habe Höhen und Tiefen erlebt, alle Hürden irgendwie genommen. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen: Ich bin im Reinen mit mir."

Dass er bei seiner Rückkehr so alt sein wird, dass viele Gegner seine Söhne sein könnten, betrachtet er als besonderen Reiz: "Gerade das fände ich wahnsinnig spannend. Ich habe Lust, mich mit diesen Jungs zu messen."

Unabhängig von seiner Zukunft als Spieler wird Haas dem Sport verbunden bleiben. Er wurde als Direktor des Turniers in Indian Wells engagiert. "Das war ein großer Moment", sagt Haas über das Angebot, "denn damit habe ich einfach Gewissheit, wie mein nächstes Kapitel aussieht." Den kompletten Wechsel ins Management möchte er allerdings so lange wie möglich aufschieben: "Ich liebe diesen Sport", sagt er, "ich spiele gerne - vielleicht so lange, bis ich nicht mehr gehen kann."

© SZ.de/ska
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