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Tomáš Rosický beim FC Arsenal:Rosicky steht für die Organisation beim FC Arsenal

Das ist heute anders. Denn unter Wenger hat sich Rosický zu einem robusten Strategen entwickelt, der keinen Zweikampf scheut. "Als er bei Arsenal angefangen hat war er kein taktisch kluger Spieler, sondern der kreative Mozart aus Prag", sagt Wenger, "heute gibt er unserem Spiel die Struktur". Seine technischen Qualitäten hat Rosický aber behalten. "Er hat einen hervorragenden Außenrist", sagt Lehmann, "und er ist nach wie vor ungewöhnlich schnell."

Mesut Özil steht für den Angriff und die Tore beim FC Arsenal, Tomáš Rosický für die Organisation dahinter. Und wenn Özil in einem Formtief steckt, übernimmt der 33-Jährige auch das Toreschießen. Wie in der Partie gegen Sunderland am Wochenende. Erst gab Rosický im Mittelfeld lautstark Anweisungen, kurz darauf spielte er mit Stürmer Olivier Giroud einen Doppelpass und überlistetete Torwart Vito Mannone mit einem Lupfer. Nach dem Sieg wählten ihn die Fans zum besten Spieler des Monats.

Die Fans feiern ihn wie einen Superhelden

Doch der Tscheche hat auch eine große Schwäche: Er ist stark verletzungsanfällig. Rosický spielt seit acht Jahren für Arsenal. 146 Spiele hat er in der englischen Premier League absolviert, 75 Mal wegen einer Verletzung gefehlt.

Besonders schlimm erwischte es ihn im Januar 2008. Eine komplizierte Sehnenverletzung im linken Knie verbannte ihn für mehr als 18 Monate auf die Tribüne. Bei der EM 2012 verletzte sich der Tscheche erneut und fehlte Arsenal mit Schmerzen an der Achillessehne für die nächsten fünf Monate. Seiner Form lief er auch 2013 noch lange hinterher.

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Doch in London vergessen sie schnell, besonders, wenn es um Tomáš Rosický geht. Die Fans lieben ihn und feiern ihn wie einen Superhelden. "Super Super Tom", heißt das Lied, dass im Clock End, der Tribüne der singstarken Arsenal Supporters, ertönt, wenn der Tscheche aufläuft. 26 Mal war das in dieser Saison der Fall. In Arsène Wengers Konzept hat er eine tragende Rolle. "Ich bin stolz, dass ich immer noch hier bin", sagt der 33-Jährige. Und sein Trainer lobt: "Bei ihm steht der Verein immer an erster Stelle."

Zwei Jahre bleiben Rosický noch, um nach 2005 endlich wieder einen Titel für Arsenal zu holen. "Ich will die Liga mit Arsenal gewinnen, das ist mein großes Ziel", meint er. Gelingt ihm das, könnte er sich unsterblich machen. Rosický selbst fühlt sich fit genug. Er rechnet schließlich in "Fußballerjahren".

© SZ.de/yer/ebc
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