Tischtennis„Schutz vor Ausbeutung“

Lesezeit: 1 Min.

Unterstützt den neuen Vorstoß: der beste deutsche Tischtennisspieler Patrick Franziska.
Unterstützt den neuen Vorstoß: der beste deutsche Tischtennisspieler Patrick Franziska. Sebastian Bach/Fussball-News Saarland/Imago

Tischtennisprofis gründen eine Spielervereinigung, um ihre Rechte künftig besser vertreten und sich im Konflikt mit dem mächtigen Turnierveranstalter WTT behaupten zu können.

SZ bei Google bevorzugen

Die neue Spielervereinigung UTTP soll künftig die Interessen von Tischtennisprofis gegenüber den internationalen Verbänden und vor allem den Organisatoren der internationalen Turnierserie WTT vertreten. Ihre Gründung gab UTTP (United Table Tennis Players) in den sozialen Netzwerken bekannt. Als wichtigste Ziele nannte UTTP dabei den „Schutz vor Missbrauch und Ausbeutung“ oder auch „Fairness bei Preisgeldverteilung und Arbeitsbedingungen“.

Der Vorstoß der Profis dürfte mit dem aufsehenerregenden Rückzug chinesischer Topstars wie Olympiasieger und Weltmeister Fan Zhendong im Winter wegen des harten Sanktionsregimes auf der WTT-Tour in Zusammenhang stehen. Für weiterhin schwierige Verhältnisse auf der WTT-Tour trotz zwischenzeitlicher Zugeständnisse der mächtigen Turnierveranstalter sprach bei der UTTP-Mitteilung auch der ausdrückliche Verzicht auf die namentliche Nennung aller Mitglieder: „Wir hoffen, dies in naher Zukunft tun zu können, und dass unsere Mitglieder keine Sanktionen befürchten müssen.“

Erst vor wenigen Tagen hatte der deutsche Männer-Bundestrainer Jörg Roßkopf die ITTF für Experimente am Weltcup kritisiert

Laut UTTP gehören ein Dutzend Aktive unter den 22 Gründungsmitgliedern von allen fünf Kontinenten zu den Top 20 der Weltranglisten. Angeführt vom Weltranglistenachten Patrick Franziska (Saarbrücken) signalisierten auch mehrere deutsche Nationalspieler durch die Verbreitung der UTTP-Mitteilung bereits ihre Unterstützung. Ob auch Nationalspieler des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) zu den UTTP-Mitgliedern zählen, blieb offen. WTT, ein 100-prozentiges Tochterunternehmen des Weltverbandes ITTF, bemüht sich seit mehreren Jahren durch strenge Vorschriften um eine breite Vormachtstellung im internationalen Tischtennis, wobei der auf die Profis ausgeübte Zwang bislang kaum im Verhältnis zu den Verdienstmöglichkeiten steht. So bleiben die Klub-Engagements in der Regel die Haupteinnahmequelle der Profis, gleichzeitig geraten die nationalen Ligen, allen voran die international bedeutende Männer-Bundesliga TTBL, immer wieder in Terminkonflikte mit dem unverhandelbaren WTT-Kalender.

Nach Fans demonstrativem Ausstieg hatten die WTT-Manager die Verpflichtung der Topspieler zur Teilnahme an allen Turnieren der wichtigsten Kategorien, die mit Strafandrohungen verbunden war, gelockert und die Gesamtsumme an Preisgeldern bei allen WTT-Events erhöht. Erst vor wenigen Tagen hatte der deutsche Männer-Bundestrainer Jörg Roßkopf die ITTF für Experimente am Weltcup kritisiert. Neben einem aufgeblähten Starterfeld monierte er am drittwichtigsten Turnier der Welt vor allem die Ermöglichung von Unentschieden in Vorrundenspielen, die er „unattraktiv und verwirrend“ nannte und als „Wahnsinn“ titulierte.

© SZ/sid/lib - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Tischtennis
:Legende auf Abschiedstour

Timo Boll wird zum voraussichtlich letzten Mal in seiner Karriere in Bad Königshofen antreten. Wie überall erwarten ihn eine volle Halle und große Anerkennung – in diesem Fall allerdings auch ein sportlich bedeutsames Spitzenspiel.

Von Andreas Liebmann

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: