Tischtennis Mit Schub

3:0 in weniger als zwei Stunden bei Werder Bremen: Bad Königshofen startet überraschend stark in die Saison. Der ungarische TSV-Zugang Bence Majoros, 21, zeigt sich im ersten Bundesligaspiel seines Lebens kampfstark.

Zum Start in die neue Saison der Tischtennis-Bundesliga hat der TSV Bad Königshofen als klarer Außenseiter im Auswärtsspiel beim Playoff-Kandidaten SV Werder Bremen eine große Überraschung geschafft: Die Unterfranken siegten in nicht einmal zwei Stunden 3:0. Drei Mal waren sie in ihrer ersten Bundesligasaison gegen Werder angetreten, sie hatten in der Liga 1:3 und 2:3 sowie im Pokal 0:3 verloren. Diesmal gewann das Team um Kilian Ort mit 9:2 Sätzen und 3:0 Punkten - und ist nach dem ersten Spieltag Tabellenführer.

Ort hatte es wieder einmal mit Bastian Steger zu tun. Das Duell der beiden deutschen Nationalspieler hatte es zuletzt im März im Halbfinale der deutschen Meisterschaft gegeben. Damals setzte sich Ort in 4:2 Sätzen gegen den aus Oberviechtach in der Oberpfalz stammenden Steger durch, am Sonntag gewann er ganz klar (11:8, 11:7, 11:9) gegen die Bremer Nummer eins. Der Erfolg von Berlin scheint nicht nur Ort einen Schub in diese Saison hinein gegeben zu haben, er war offenkundig auch ein Mutmacher für seine beiden Teamkollegen. Mizuki Oikawa, die Königshöfer Nummer eins, hatte seinen in Brasilien eingebürgerten Landsmann Gustavo Tsuboi mit Ausnahme des dritten Satzes im Griff, gewann 11:2, 11:5, 4:11, 11:8 und führte seine Mannschaft mit einer 2:0-Führung in die Pause.

Jetzt lag der Druck auf dem ungarischen TSV-Zugang Bence Majoros, 21, im ersten Bundesligaspiel seines Lebens. "Seit neun Jahren hat kein Ungar mehr in der Bundesliga gespielt. Heute haben alle Tischtennisfans in Ungarn den Livestream eingeschaltet", meinte TSV-Teammanager Andy Albert in der Mainpost. Doch mit dem Druck ging Majoros gut um. Ihm gelang ein hart erkämpfter 3:1-Sieg, bei dem es in allen vier Sätzen zum Mindestabstand von zwei Bällen kam. Majoros gewann gegen den Rumänen Hunor Janos Szöcs am Ende 12:10, 11:13, 11:9, 12:10. Albert hob im Siegesjubel die "taktischen Finessen" von Teamcoach Koji Itagaki hervor: "Wir haben uns verbessert, und wir haben vor allem eine junge Mannschaft, die noch wachsen kann." Weiter geht es für den TSV am Sonntag in Grenzau und am 2. September daheim gegen Fulda.