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Tischtennis:Kolbermoor erreicht Finale

despor 2021.04.09 Tischtennis Damen 1.BL Play-Off-Halbfinale TSV Langstadt - SV DJK Kolbermoor emspor, emonline, despor,

Nervenstark: Yuan Wan gewinnt in Hin- und Rückspiel gegen Langstadt alle vier Einzel für Kolbermoor.

(Foto: Joaquim Ferreira/HMB-Media/imago)

Erstliga-Frauen setzen sich gegen Mitfavorit Langstadt durch und treffen nun einmal mehr auf Titelverteidiger Berlin.

Von Andreas Liebmann

Natürlich waren da wieder diese Winzigkeiten. Wie jene drei Matchbälle im Hinspiel am Freitag, die Dina Meshref, Ägypterin in Diensten des TSV Langstadt, nicht nutzen konnte in ihrem Einzel gegen Kristin Lang vom SV-DJK Kolbermoor. Das sei ihr lange nicht passiert, wird Meshref auf der Homepage des Verbandes zitiert. Doch manchmal summieren sich allerhand Winzigkeiten zu einem deutlichen Gesamtergebnis. Und so hat das Frauen-Quartett des Tischtennis-Erstligisten Kolbermoor nun vermeintlich locker das Playoff-Finale um die deutsche Meisterschaft gegen Berlin erreicht, nach einem 7:1-Erfolg in Langstadt am Freitag und einem 6:2-Heimsieg im Rückspiel am Sonntag. Klarer als erwartet und "klarer als der Spielverlauf", wie Kolbermoors Coach und Abteilungsleiter Michael Fuchs einräumte.

Als Hauptrundenzweiter hinter Titelverteidiger Berlin hatte Kolbermoor im Halbfinale die schwerere Aufgabe zu lösen. Langstadt um Petrissa Solja, aktuell die Nummer 19 der Welt, galt als Mitfavorit im Kampf um den Titel. Die Berlinerinnen hatten es ungleich einfacher gegen Aufsteiger Weil (8:0, 7:1), der im Viertelfinale überraschend den TSV Schwabhausen bezwungen hatte. Kolbermoors Duelle mit Langstadt waren "auf Augenhöhe", wie es Fuchs erwartet hatte - nur klangen sie im Nachhinein nicht ganz danach.

Kolbermoor entschied die Serie im vorderen Paarkreuz

Eine dieser Winzigkeiten am Sonntag war jener Netzroller, der Langstadts 19-jähriger Nummer vier Franziska Schreiner bei eigenem Satzball gegen Yuan Wan unterlief. Wan regierte schnell, auch sie traf dabei die Netzkante, ihr Ball tropfte unhaltbar auf Schreiners Tischseite. Zwei Unkonzentriertheiten ihrer Gegnerin später hatte Wan ein 8:10 zum 12:10 gedreht. Fuchs lobte die Nervenstärke Wans, deren Siege gegen Schreiner nicht einfach waren: Einerseits als klare Favoritin, andererseits in dem Wissen, dass es Abwehrspezialistin Svetlana Ganina im Parallelspiel schwer haben würde gegen Langstadts Tanja Krämer, stand Wan gegen Schreiner doppelt unter Druck - und hielt ihm an beiden Tagen stand.

Letztlich entschied Kolbermoor die Serie aber im vorderen Paarkreuz, wo Fuchs "zwischen 4:0 und 0:4 alles" für möglich gehalten hätte - Lang und Yu Fu brachten gegen Solja und Meshref insgesamt eine 7:1-Ausbeute zustande. Langs Hinspielsieg gegen Solja wertete Fuchs als stärkstes Match, das er je von ihr gesehen habe. Mit Berlin, sagt Fuchs, habe man vom verlorenen Pokalfinale noch eine Rechnung offen. Das erste Finalspiel findet am Sonntag (13 Uhr) in Kolbermoor statt.

© SZ/and
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