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Tischtennis-EM:27 Schläge bei einem Matchball

So spektakulär kann Tischtennis sein: Im EM-Viertelfinale spielt Timo Boll den wohl hitzigsten Matchball seiner Karriere - gegen den Kroaten Andrej Gacina dauert der Ballwechsel 27 Schläge. Die Siegesserie für Boll geht danach weiter: Nach einem Triumph über Adrian Crisan steht er im Endspiel.

Am Ende wurde es hitzig: Im EM-Viertelfinale erlebt Timo Boll den spektakulärsten Matchball seiner Karriere.

(Foto: AP)

Gefordet war Timo Boll in seinem EM-Viertelfinale am Samstag nur selten, vergessen dürfte der Deutsche die Partie so schnell jedoch nicht. Ganz am Ende, als der Tischtennis-Profi schon mit 3:1 vorne lag und beim Stand von 10:8 nur noch einen Ball zu verwandeln hatte, wurde es furios: Der Kroate Andrej Gacina stemmte sich nach Kräften gegen die drohende Niederlage, wehrte Bolls Bälle beharrlich ab. "Unfassbar, was der noch alles rausgeholt hat", lobte Boll den Bundesligaspieler aus Grenzau, der, vom Rekord-Europameister hin- und her gehetzt, auch die unmöglichsten Geschosse zurückbrachte.

Vom Tisch hatte ihn Boll schon lange gedrängt, Gacina wich Meter um Meter nach hinten, die Kamera schwenkte unruhig von rechts nach links und dann bekamen die Zuschauer sogar den Schiedsrichter zu sehen - im Tischtennis ist das eher eine Seltenheit.

27 Mal berührte der Ball die Schläger der beiden Konkurrenten, bevor Gacina seine weiten Laufwege zum Verhängnis wurden und er einen von Boll hinter das Netz gebrachten Ball nicht mehr parieren konnte. Boll entschied die Partie für sich, das Publikum belohnte Gacinas Kampfgeist mit Standing Ovations.

Am Sonntag nahm Boll auch noch die nächste Hürde: Er zog durch einen 4:1-Erfolg gegen den Rumänen Adrian Crisan ins Endspiel beim Turnier in Dänemark ein.

Als mehrfacher Europameister hat Boll in seiner Tischtennis-Karriere schon so einige Ballwechsel erlebt, das EM-Viertelfinale gegen Gacina bleibt ihm dennoch als Besonderheit in Erinnerung: "So einen spektakulären Matchball hatte ich noch nie."