Sollten die deutschen Tischtennisspielerinnen bei der Team-Europameisterschaft in Kroatien im Endspiel am kommenden Sonntag den Titel sichern, dann wäre Deutschland mit zehn Mannschafts-EM-Goldmedaillen neuer alleiniger Rekordhalter. Bislang teilt das Team sich die Führung im historischen Titelranking mit Ungarn. Beide Nationen waren bislang neunmal Frauen-Europameister.
Die Ungarinnen sind für das deutsche Team in der Stadt Zadar allerdings nicht die größten Rivalinnen. Das ist vielmehr Rumänien mit seinen drei Topspielerinnen Bernadette Szocs, Elizabeta Samara und Adina Diaconu. Gegen Rumänien haben die deutschen Frauen bei beiden letzten EM-Turnieren 2021 und 2023 das Endspiel gewonnen.
Im deutschen Kader ist gerade ein Generationswechsel im Gange. Auf seine als Nummer 27 in der Weltrangliste bestplatzierte Spielerin Ying Han verzichtet der Verband bei dieser EM ebenso wie auf Xiaona Shan. Die beiden gebürtigen Chinesinnen sind jeweils 42 Jahre alt. Der Kader besteht diesmal aus den fünf Spielerinnen Sabine Winter, 33, Nina Mittelham, 28, Yuan Wan, 28, Annett Kaufmann, 19, und Mia Griesel, 19. Vor allem Kaufmann, aktuelle U19-Weltmeisterin, gehört die Zukunft. Sie steht in der Weltrangliste derzeit auf Platz 66. Am besten platziert ist Winter, die nach einer radikalen Umstellung ihrer Spielweise noch einmal einen Sprung auf Rang 28 der Welt geschafft hat. Zum Auftakt am Sonntag gab es für Kaufmann, Winter und Wan einen 3:0-Sieg gegen Slowenien, bei der nur Kaufmann in fünf Sätzen gegen Ana Tofant einige Mühe hatte.
Bundestrainerin Tamara Boros, seit Herbst 2021 im Amt, hofft bei ihrer zweiten Team-EM auf erneutes Gold: „Wir spielen mit einer starken, jüngeren und hungrigen Mannschaft und werden alles dafür tun, unseren Titel zu verteidigen.“ Die 47 Jahre alte Kroatin hätte bei dieser EM noch einen zusätzlichen, rein persönlichen Wunsch: „Hoffentlich spielen wir nicht gegen Kroatien.“

