Tischtennis-BundesligaDer Knöchel hält

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Bis zuletzt bangte der TSV Bad Königshofen um seinen Einsatz, am Ende scheute Maksim Grebnev auch vor den tiefsten Topspins nicht zurück.
Bis zuletzt bangte der TSV Bad Königshofen um seinen Einsatz, am Ende scheute Maksim Grebnev auch vor den tiefsten Topspins nicht zurück. Rudi Dümpert / oh

In einem richtungsweisenden Duell befreit sich der TSV Bad Königshofen vorerst von seinen Abstiegssorgen - die sich Gegner Grünwettersbach nun umso mehr machen muss.

Von Andreas Liebmann

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Ein Endspiel? Es klang etwas gewagt, wie Teammanager Andreas Albert die Erstliga-Tischtennispartie seines TSV Bad Königshofen gegen den ASV Grünwettersbach mit düsterer Stimme angekündigt hatte; als Vorentscheidung im Abstiegskampf, so war es gemeint. Dabei waren ja überhaupt erst drei von elf Rückrundenspielen absolviert, und die Unterfranken waren trotz zuletzt vier Niederlagen noch keineswegs auf einem Abstiegsplatz angelangt.

Und doch war klar, welche Sorgen Albert zuletzt umtrieben, verstärkt durch die jüngste 0:3-Niederlage vom vergangenen Mittwoch beim vormaligen Tabellenletzten Grenzau. Maksim Grebnev hatte sich eine Sprunggelenksverletzung zugezogen, gleichzeitig leidet Bastian Steger weiterhin an den Symptomen einer Corona-Infektion, und weil just in dieser Phase gleich mehrere Partien gegen schlechter platzierte Gegner anstanden - erst Grenzau, nun Grünwettersbach und am kommenden Sonntag das aktuelle Schlusslicht Bad Homburg -, war dem Manager doch allmählich mulmig geworden. Denn selbst in Bestbesetzung würde es danach schwer werden, noch Punkte zu holen - in fünf aufeinander folgenden Duellen mit den besten fünf Teams der Liga. Besser also, jetzt noch Zählbares zu holen, irgendwie, um nicht am Ende den größten anzunehmenden Betriebsunfall erleben zu müssen.

Soweit die Ausgangslage. Doch letztlich hing alles an Maksim Grebnevs Knöchel. Dass Routinier Steger noch auf absehbare Zeit nicht leistungssporttauglich sein würde, war klar, und dass mit dem 16-jährigen Trainersohn Akito Itagaki als Aushilfe TTBL-Siege kaum möglich sind, hatten die zurückliegenden Partien gezeigt. Mehr aber gibt der kleine Kader nicht her. Und so bestand am Sonntag die einzige Chance darin, den zuletzt aufwendig behandelten Knöchel vor der Partie ein letztes Mal zu bearbeiten, ihn sodann sorgfältig einzutapen und seinem Besitzer viel Glück zu wünschen.

Grünwettersbachs Ricardo Walther probiert trotz Verletzung zu helfen - und trifft ausgerechnet auf den ebenfalls gehandicapten Grebnev

Tags darauf klang Albert alles andere als düster, er war wieder bester Laune, nicht nur weil er Geburtstag hatte. Die Stimmung der Fans am Vorabend, die Freude der Spieler und seine eigene Erleichterung nach dem 3:1-Sieg gaben ihm die zuletzt häufig vermisste Euphorie zurück. Kilian Ort habe als Nummer eins "voll überzeugt", Filip Zeljko sich gegen Grünwettersbachs Abwehrspieler Wang Xi "besser aus der Affäre gezogen als gedacht". Und Grebnev, dem 20-jährigen Russen, sei kaum anzumerken gewesen, dass er aus einer Verletzung kam.

Letztlich galt für die Gäste aus dem Karlsruher Stadtteil fast deckungsgleich all das, was Albert über seinen Verein sagte. Denn der ASV steht nun tatsächlich auf einem Abstiegsplatz. Mit Wang Xi, der über Jahre zu den Besten dieser Liga zählte, und Nationalspieler Ricardo Walther, den sie vom deutschen Meister Düsseldorf geholt hatten, war das keineswegs zu erwarten, doch auch Grünwettersbach hat mit Verletzungen zu kämpfen, und auch Walther probierte angesichts der Personalnot angeschlagen zu helfen - und traf dabei ausgerechnet auf Grebnev.

Im ersten Satz (3:11) wirkte einzig Grebnev gehandicapt, kam oft zu spät, im zweiten holte Walther ein 0:5 auf, fabrizierte beim Stand von 10:10 allerdings einen Fehlaufschlag. Der quirlige Grebnev glich mit 12:10 aus, er schien seinem Knöchel immer mehr zu vertrauen, während Walther nun immer öfter an seinen offensichtlich lädierten Oberschenkel griff. 11:4, 11:4 holte Grebnev die weiteren Sätze. Es war das 2:0 für sein Team, nachdem Ort zuvor bereits gegen Tobias Rasmussen gewonnen hatte, der wenig überraschend viel unangenehmer war, als es seine 0:11-Saisonbilanz aussagte. Gegen den 24-jährigen Australier Dillon Chambers, der für Walther eingewechselt wurde, holte Ort dann auch den Siegpunkt. Und Albert blickte nun ganz anders in die Zukunft. Wenn Ort seine Form halte, Grebnev wieder fit werde und Steger zurückkehre, führte Albert fröhlich aus, dann könne man auch "gegen die Großen" noch überraschen.

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