bedeckt München 26°

Zukunft von Timo Werner:"Das ist Timos Entscheidung"

Bundesliga - 1. FC Union Berlin v RB Leipzig

Timo Werner (links) beim Bundesliga-Auftakt gegen Union Berlin.

(Foto: REUTERS)
  • Der sich lange andeutende Transfer von Timo Werner zum FC Bayern kommt in diesem Sommer doch nicht zustande.
  • Er wird zumindest für die Saison 2019/20 in Leipzig bleiben - und könnte seinen Vertrag sogar verlängern.
  • RB-Manager Krösche sagt: "Wir haben alles getan, haben ihm alle Wertschätzung, die man als Verein geben kann, entgegengebracht."

Etwas überrascht sah Timo Werner schon aus, als an der Außenlinie des Stadions An der Alten Försterei die Tafel mit der Nummer 11 hochgehalten wurde. Und somit das Signal kam, dass er seine Schicht nach 65 Minuten beenden und gegen Christopher Nkunku, Rückennummer 18, ausgetauscht werden sollte. Die Verblüffung war nachvollziehbar: Werner hatte nicht nur ein formidables Tor erzielt (42.). Er hatte mit einer Energieleistung dazu beigetragen, dass sich zwischen RB Leipzig, seiner Mannschaft, und dem Bundesligadebütanten FC Union Berlin eine Kluft aufgetan hatte, die das Endergebnis angemessen spiegelte, Leipzig siegte mit 4:0.

Warum ich?, schien Werners Gesicht zu fragen, ich hab' doch gut gespielt! Wenn er Zweifel gehabt haben sollte, dass sein neuer Trainer Julian Nagelsmann das irgendwie anders gesehen haben könnte, wurden diese rasch zerstreut. Denn Nagelsmann war anschließend voll des Lobes.

Bundesliga Die teure Wut des Renato Sanches
FC Bayern

Die teure Wut des Renato Sanches

Sehr früh in der Saison ist Renato Sanches beim FC Bayern unzufrieden. Er erinnert den Klub daran, dass er im Sommer ja wechseln wollte - und muss zahlen.   Von Sebastian Fischer

"Er ist ein wichtiger Spieler, hatte großartige Eins-zu-eins-Situationen, viel Speed und hat ein tolles Tor geschossen. Wir brauchen ihn", sagte der bisherige Coach der TSG 1899 Hoffenheim: "Ich hoffe, dass er bleibt."

Werner wollte selbst nicht mehr nach München wechseln

Werner wird, so viel steht fest, mindestens in der Saison 2019/20 in Leipzig bleiben. Am Sonntagabend, das Spiel in Berlin-Köpenick war gerade beendet, kursierte die Meldung der Bild-Zeitung, wonach der FC Bayern Werner für diesen Sommer endgültig abgesagt habe. Beim Weitertransport der Meldung ging ein Detail unter, das durchaus wichtig ist: Werner selbst hatte schon vor Wochen von dem Gedanken Abstand genommen, jetzt nach München zu gehen. Er hatte das offensive, öffentliche Werben der Bayern um Leroy Sané (Manchester City) sehr aufmerksam verfolgt - und fühlte sich in einer Weise hingehalten, die ihm, immerhin Mittelstürmer der deutschen Nationalmannschaft, nicht behagte.

Zumal er im Sommer auch das Interesse von Topadressen wie Liverpool, Paris Saint-Germain, Atlético Madrid und AS Rom auf sich gezogen hatte. Nach allem, was man über Werner verlässlich weiß, steht ein Wechsel ins Ausland für ihn zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zur Debatte. Mit 23 Jahren wähnt er sich in einem Alter, in dem er sich auch noch in Deutschland fortentwickeln kann und will. Aber wer weiß, wie sich das alles mittelfristig darstellt.

Kurzfristig wird er sich entscheiden müssen, ob er das noch immer gültige Angebot der Leipziger annimmt, den Vertrag zu verlängern. Jenseits der sportlichen Erwägungen ist das für Leipzig auch von wirtschaftlichem Interesse, Werner ist nur noch bis zum Sommer 2020 an Leipzig gebunden ist. Danach könnte er ablösefrei wechseln, was wiederum die Aussicht auf eine satte signing fee bietet, also für Werner persönlich lukrativ wäre. Diese verlockende Perspektive erklärt auch, warum der Schwabe den öffentlich und mitunter ultimativ formulierten Bitten der Leipziger standhielt, sich endlich pro oder contra Vertragsverlängerung zu entscheiden.