Wechsel zum FC Bayern? Timo Werner sagt Sätze, die aufhorchen lassen

Nachdenklich: Timo Werner am Mittwochabend in München.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Timo Werner verliert mit RB Leipzig in München, anschließend äußert er sich über seine Zukunft.
  • Der Nationalstürmer spricht offen über die Möglichkeit eines Wechsels im Sommer zum FC Bayern.
  • Entschieden habe er sich aber noch nicht.
Aus dem Stadion von Sebastian Fischer

Es lief die 45. Minute im Spiel zwischen dem FC Bayern und RB Leipzig, als es Zeit war für eine überraschende Bewegung. Einen Übersteiger? Einen Trick? Einen Pass, ohne dabei in die Passrichtung zu schauen? Nein. Leipzigs Angreifer Timo Werner entschied sich dafür, mit dem Ball am Fuß schnell geradeaus zu laufen, wie er es meistens zu tun pflegt. Doch damit hatte der Verteidiger David Alaba gerechnet, er grätschte dazwischen. Chance verpasst.

Der Nationalspieler Werner, 22, ist unbestritten der zurzeit beste deutsche Stürmer, er hat das zuletzt wieder in der Liga gezeigt. Am vergangenen Wochenende traf er zweimal beim Leipziger 4:1 gegen Mainz, einmal schoss er den Ball in den Winkel. Die beiden Treffer machten ihn mit zehn Toren gemeinsam mit Dortmunds Marco Reus zum bisher besten deutschen Bundesliga-Torschützen der Saison.

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Die Münchner sollen laut der spanischen Zeitung "Marca" bereit sein, 80 Millionen Euro für den Verteidiger von Atletico Madrid zu bezahlen. Der Klub dementiert den Bericht.

Auch deshalb ging es nach dem Spiel am Sonntag um seinen bis 2020 gültigen Vertrag, den Leipzig gerne verlängern würde. Und am Mittwoch ging es darum, ob er vielleicht doch schon zu groß für einen Klub wie Leipzig geworden ist: ein Spieler für besondere Momente in den besonderen Spielen. Nach dem 0:1 in München musste man festhalten, dass er den Verdacht auf dem Rasen zunächst nicht unterstrich.

Aber er sprach danach darüber. "Ich hatte schöne zweieinhalb Jahre bei RB, und natürlich ist RB Leipzig im Rennen. Aber natürlich sind auch noch andere Vereine im Rennen, ja", sagte er im TV-Interview. Und: "Wenn man in Deutschland bei RB spielt und in Deutschland bleiben will, kommt ja nur ein Verein in Frage." War das die Ankündigung eines demnächst bevorstehenden Transfers nach München? "In den Wintertagen hat man genug Zeit, sich über so Sachen Gedanken zu machen. Das werde ich tun. Und dann irgendwann meine Entscheidung treffen", ergänzte er, bevor er das Stadion verließ. Dass der FC Bayern zu den Vereinen zählt, die Werner sehr genau beobachten, ist nur eine logische Konsequenz seiner Entwicklung. Sein Tempo ist in der Nationalelf unverzichtbar und in der Weltspitze mindestens sehr selten.

Werner versuchte viel in diesem Spiel, er war der erste Verteidiger im Leipziger Pressing und bereitete nach einer halben Stunde eine Chance für seinen Mitspieler Bruma vor, der sie vergab. Er schoss einmal aus der Distanz über die Latte. Er lief einmal Mats Hummels davon - aber stand zuvor im Abseits. Es blieb dabei: In München hat er noch nicht getroffen.

Sein früherer Lehrer hat einmal erzählt, dass Werner sich schon als Kind beschwerte, er könne nicht so schön mit dem Ball jonglieren wie die anderen. Und manchmal will man ihm das tatsächlich wünschen, eine unerwartete Bewegung, es muss ja kein Trick sein. So jedoch vergab Leipzig gegen durchaus verwundbar wirkende Münchner die Chance auf einen Punkt oder gar mehr, auch weil Werner die Chance verpasste, auf einer großen Bühne zu überzeugen, die irgendwann seine sein könnte.

Leipzigs Trainer Ralf Rangnick sagte über Werner: "Im Moment ist er bei uns am besten aufgehoben." Er lobte sein Team, sagte, dass ein Unentschieden verdient gewesen wäre. Sein Plan sei aufgegangen. Im Gegensatz zum Spiel gegen Mainz bot er wieder vier statt drei Verteidigern auf, Leipzig gehörte durch Dayot Upamecano mit einem Kopfball an die Latte die beste Chance, bevor Franck Ribéry in der 83. Minute traf. Timo Werner wandte sich nach dem Gegentor übrigens ab und trat ein Loch in die Luft.

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